Tempel der Hekate

Mysterien einer alten Göttin, in der heutigen Zeit

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Die Natur als Göttin

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 29. August 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Göttinnenkult, große Göttin, Hekate, Naturgöttin. Ein Kommentar

Hekate copyright by Chris Gaspar

In den heidnischen Kulturen der Vergangenheit wurde das Land als heilig betrachtet, ebenso wird im modernen Neuheidentum die Natur als heilig betrachtet.

Für unsere Ahnen war die Natur und das Land auf dem sie lebten, lebendig und beseelt.

Die Quellen, Sümpfe, Heine, Felder, Flüsse, Seen, Weiden und Wälder wurden durch Geister und Götter belebt. Die Menschen waren ein Teil der Natur und des Landes und wurden durch sie (die Natur) beeinflusst, Leben und Tod hingen von ihr ab.

Die Menschen vergangener Zeiten verbanden sich mit dem Land, der Natur und den verschiedenen Geistern und Göttern, sie brachten Opfergaben um sich das Wohlwollen der Natur und ihrer Geister zu sichern. In vielen heidnischen Kulturen wurde die Erde und die Natur als eine Göttin gesehen, die lebendige Erscheinungsform der Natur.

Ein gutes Beispiel für diese Sichtweise ist die Göttin Hekate in den chaldäischen Orakeln, sie ist dort die große Göttin, aus derem Leib das Licht, die Welten und das Schicksal geboren werden. Aus ihr entspringt auch die Weltseele, die gleichzeitig ein Teil von ihr ist und auch die Natur entspringt aus ihr und ist ihr lebendiger Mantel. Alles im Kosmos wird durch ihre Liebe erfüllt und diese verbindet alles miteinander. Sie ist Ursprung und gleichzeitig auch das Grab allen Seins. Die Natur wird durch sie belebt, beseelt und alles in der Natur ist ein Teil von ihr.

In dem griechischen Zauberpapyri tritt Hekate ebenfalls als große Göttin und als Verkörperung der Natur und ihrer Kreislaufe auf. Sie ist dort die Mutter der Götter, Herrin des Schicksals und auch die Herrin über die Zyklen und Gezeiten des Lebens. In einer Zeile aus dem PGM heißt es: Alles ist von dir, du erschaffst alles und in dir Göttin kommt auch alles zu seinem Ende.

Ähnlich wird auch die Göttin Isis in dem Spätantiken Roman „der goldene Esel“ dargestellt. Isis ist dort die Allgöttin, Herrin der Elemente, Gebieterin über die Gestirne und Quelle der Gottheiten. Und ebenso die lebendige Verkörperung der Natur und ihrer Gesetze. Eine moderne Variante dieses Bildes ist die Gaia Hypothese (benannt nach der griechischen Erdgöttin und Urmutter), bzw. hat sich diese zu einer spirituellen Interpretation entwickelt- Gaia als verkörperung der Erde und der Natur, ein sich selbst bewusstes Wesen.

Und auch die meisten heidnischen Kulturen haben die Natur aus dieser Sichtweise wahrgenommen.

Die Göttin der Natur ist die Verkörperung des Wandels, sie bringt Leben und Tod, Wachstum und Verfall, ihre Gesetze sind die Gesetze des Lebens, nur der Tod nährt das Leben und nur durch den Tod anderer Wesen, kann das Leben genährt werden.

Die Göttin der Natur ist somit sehr komplex und erscheint in verschiedenen Erscheinungsformen, sie ist die dunkle Mutter allen Seins, der Ursprung aus derem Leib alles ins sein Getreten ist. Aus ihr entspringt das Schicksal, das sich wie ein Netz über das Leben zieht und alles miteinander verbindet. Sie ist die Herrin der Fruchtbarkeit, die Mutter der Götter, segnend und beschützend. Doch sie ist auch das Grab allen Seins, die Herrin der Schatten in derem Schoß eines Tages alles erneuert wird. Sie ist die Herrin der Toten und Königin der Unterwelt. Sie ist Schöpferin, Erhalterin und Zerstörerin, alles wird durch sie im Gleichgewicht gehalten, durch die Zyklen und Gezeiten von Tod und Geburt.

Die physische Natur ist ihr Mantel und durch das Land sind wir mit ihr verbunden, denn wir sind ein Teil des Landes und der Natur, wir sind niemals von der Natur/der Göttin getrennt.

Alles in der Natur ist heilig und durch die Liebe der Göttin beseelt. Und durch unsere Verbindung zu dem Land, auf dem wir Leben, können wir uns mit ihr verbinden. Die Geister des Landes sind ihre Boten, die Ahnen wispern uns die Weisheiten der Göttin zu und in der Erde sind ihre Knochen verborgen und eins mit dem Leib der Göttin geworden. Höhlen und Quellen sind Pforten in den Leib der Göttin, Übergänge in die Unterwelt- jenes Reich aus dem alles ins physische sein Tritt und wieder zurück kehrt, der dunkle Schoß der Göttin.

Wenn wir über die Hügel wandern, an Stränden oder durch Wälder- wandern wir auf dem Mantel der Göttin, wenn wir uns an der Natur erfreuen, erfreuen wir uns an ihr.

Eine Verbindung zum Land einzugehen und zu den Geistern die dieses beseelen, bedeutet auch immer eine Verbindung zu ihr einzugehen, denn sowohl das Land als auch die Geister entspringen aus ihr. In einem modernen paganen Chant heißt es: „Die Erde ist ihr Körper, das Wasser ist ihr Blut, die Luft ist ihr Atem und das Feuer ist ihr Geist“. In Feri (eine moderne Hexentradition) wird die Göttin mit folgenden Worten angerufen: „Heilige Mutter, in der wir leben, uns bewegen und unser Sein haben. Aus dir entspringen alle Dinge und alles kehrt in dich zurück.“ Beide Sätze treffen für mich das Wesen der Göttin sehr gut.

Doch die Göttin als personifizierung der Natur ist nicht nur die Erde. Viele Menschen haben bei Natur nur Vegetation, Tier und Pflanzenwelt vor Augen. Die große Göttin ist auch die Quelle der Galaxien, ihr Mantel ist erfüllt von leuchtenden Sternen, das Universum ist die Natur in ihrer größten und umfassendsten Form. Sie ist die Königin der Nacht, Herrin des Sternenlichts und Gebieterin über die Kreisläufe des Universums- sie ist das Universum, sie ist die Natur. Doch gleichzeitig ist die auch eine Gottheit, außerhalb und innerhalb des Kosmos, transzendent und imanent.

Der Begriff dunkle Mutter bezieht sich auf die ursprüngliche Dunkelheit, bevor die Göttin aus ihrem Leib das Licht und die Sterne geboren hat. Sie ist beides, die dunkle Herrin der Nacht und die Bringerin und Herrin des Lichts. Die dunkle Mutter ist die Göttin in ihrer höchsten Emanation, sie ist der dunkle Leib, aus dem die Schöpfung hervorging, die uranfängliche Göttin, das dunkle schöpferische Potential. In ihrer zweiten Emanation ist sie die Lichtbringerin- die Jungfrau des Sternenlichts und in ihrer dritten Emanation ist die die physische Welt, der Kosmos- die Welt ist der Leib der Göttin.

Doch die Göttin lebt nicht nur in ihrer transzendenten Form außerhalb des Kosmos oder in ihrer imanenten Form, in der Natur und all ihren Erscheinungsformen. Die Göttin lebt auch in den Menschen, unser göttlicher Funke kommt von ihr, unsere eigene Göttlichkeit entspringt aus ihrer Göttlichkeit. Unser kreatives und schöpferisches Potential- ist ihre schöpferische Kraft, die durch uns wirkt.

Und das Bild der großen Göttin vereint die verschidenen modernen Hexentraditionen, sowohl im Wicca, in den verschiedenen Formen der traditionellen Hexerei, in Feri und in verschiedenen Formen der eklektischen Hexenkunst, wird die Göttin als die beseelerin des Kosmos gesehen, die Herrin von Allem und Ursprung allen Seins. Auch wenn sich die Details dieser Sichtweise auf die Göttin in den unterschiedlichen Traditionen unterscheiden können, ähneln sie sich auch in vielen Sichtweisen auf sie.

Und jetzt im 21 Jahrhundert, in der die Natur durch uns aus dem Gleichgewicht geraten ist, die Welt stärker bevölkert ist, als jemals zuvor- ist es eines der größten Herausforderungen der Menschheit, die Natur wirder als heilig zu betrachten, als beseelt und als eine Verkörperung einer realen und lebendigen Gottheit. Denn zu lange wurde die Natur als gottlos gesehen, als ein Geschenk eines fernen Gottes, das die Menschheit sich in seinem Namen untertan machen wollte. Doch niemand kann die Natur bezähmen, niemand kann sie lange bändigen, wir sind ein Teil von ihr- und alles was wir ihr antun, tun wir letzten Endes auch uns selbst an.

Eine Öllampe für das Deipnon

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 20. Juli 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Öllampe, Deipnon, Granatapfel, Hekate, Hekate Deipnon, Hekate Granatapfel. Hinterlasse einen Kommentar

Heute zum Deipnon habe ich eine Öllampe für Hekate aus einem Granatapfel gemacht:

 

 

Hekates Emanation- die Göttin der chaldäischen Orakel

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 2. Juli 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: chaldäische Orakel, Hecate, Hekate, Hekate Emanation, Hekate große Göttin, Hekate Mond, Hekate Physis, Hekate Sonne, Hekate Soteira, Hekate Weltseele, Magna Mater, Physis, Soteira. 2 Kommentare

Den folgenden Text hatte ich bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Ich habe ihn etwas bearbeitet. Hier die neue Version:

Diese Text beschreibt die Rolle der Göttin Hekate in den chaldäischen Orakeln und der Theurgie des Neoplatonismus. Ich beschreibe die Rolle der Göttin aus meinem eigenen Verständnis dieses  „Systems“ heraus. Auch durch meine Verbindung zu Hekate und meine Erfahrungen mit ihr.

Die chaldäischen Orakel sind Offenbarungstexte, die in Invokationen durch die Gottheiten offenbart wurden- besonders durch Hekate und Apollon (der mit dem zweiten Licht gleichgesetzt wird). Die chaldäischen Orakel sind nur in Fragmenten erhalten, besser erhalten sind die Schriften verschiedener Philosophen über diese und deren Interpretationen der Orakel.

In den chaldäischen Orakeln der Spätantike ist Hekate eine sehr wichtige Göttin. Sie ist dort die große hyperkosmische Göttin, aus dem Absoluten-Reinen-ersten Vater-ersten Feuer entsprungen, dem urgöttlichen Sein. Sie ist die erste Göttin die aus diesem Zustand herausgetreten ist. Die Kraft und das Licht des Ursprungs erfüllen die Göttin- oder sind in ihrem Inneren enthalten, das Potential und die Kraft dieses Zustandes erfüllt sie. Durch diese Kraft befruchtet entspringt aus ihr das zweite Licht, dass die Dunkelheit erhellt (denn das erste Licht ist in ihrem Inneren verborgen). Die Göttin vereinigt sich dann mit diesem Licht und aus dieser Vereinigung entspringen die Welten, die Weltseele,  die Natur, die Notwendigkeit  und das Schicksal.

Das erste Feuer– das Urgöttliche ist von den Welten getrennt, das zweite Feuer und sein Licht (Apollon, Helios) erfüllt die Welten, Hekate verbindet und trennt gleichzeitig die zwei Lichter/Feuer und auch die Welten (kosmische Welt und Hyperkosmische Welt)

Im den chaldäischen Orakeln wird zwischen der Hyperkosmischen Welt und der Kosmischen Welt unterschieden. Die Hyperkosmische Welt ist der Zustand des ersten Feuers, nicht in die Schöpfung und die kosmische Welt eingewoben, unveränderlich und ewig. Die Kosmische Welt ist veränderlich, aber durch die Göttin Hekate und ihr Licht (das zweite Feuer) vom göttlichen Geist erfüllt.

Die Kosmische Welt besteht aus drei Ebenen- empyreische Ebene- ätherische Ebene, materielle Ebene.

Die empyreische Ebene ist die „Höchste“ , das Reich des Göttlichen, die Götter in ihren hohen Formen/Aspekten haben hier ihren Ursprung, und in seiner höchsten und reinsten Form geht das empyreische Reich in die hyperkosmische Welt über.  Hekate erscheint hier als kosmische Göttin, sie ist die Hüterin der Schwelle zum hyperkosmischen Reich. Durch sie kann das Urgöttliche in seiner hyperkosmischen Ebene erreicht werden, da auch sie in ihrer höchsten Form diesem Reich angehört (als Hekate-Soteira). Hekate ist in dieser Ebene die Mutter aus der die kosmische Ebene entsprang, dadurch ist sie zugleich außerhalb der kosmischen Ebene, wie auch in ihr, transzendent und immanent. Das zweite Feuer erfüllt die empyreische Ebene als reines gestaltloses Licht, das Licht der Göttin, dass aus ihr entsprungen ist. Aus ihr entspringen in dieser Ebene auch die Iynges- Daimonen die als Mittler zwischen den Ebenen dienen und für Transformationen sorgen. In den niederen Sphären dieses Reiches haben die mythologischen Götter ihre Ebene. Die niederen Ebenen der empyreischen Sphäre geht in die ätherische Ebene über. In den hohen Ebenen der empyreischen Sphäre erscheint Hekate als Göttermutter und Soteira (Erlöserin)  und in den niederen Sphären der empyreischen Ebene offenbart sie sich auch in ihren klassischen Gestalten, wie sie in der griechisch-römischen Antike wahrgenommen wurde. Beispielsweise als Lichtbringende Jungfrau (Phosphoros), Nährerin des Lebens (Kourotrophos) und die schutzspendende Hüterin der Pforten (Propylaia) auch als die Königin der Hexen, Göttin der Magie und Zauberei, der Nekromantie etc..

Die ätherische Ebene ist das Reich, dass im modernen Okkultismus als Astralebene bezeichnet wird. Die ätherische Welt ist das Reich der Geister, Ahnen, mythologischen Wesen, auch die Ätherische Kraft ( Pneuma) gehört dieser Ebene an. Ebenso die Elemente. Hekate erscheint in der ätherischen  Ebene als Weltseele, sie erfüllt die ätherische Welt und belebt diese mit ihrer Kraft, sie ist die Mutter der Geister, Daimonen und der individual Seelen. In der Spätantike wurde Hekate im Neoplatonismus in der ätherischen Sphäre vor allem mit dem Mond in Verbindung gebracht,  die ätherische Ebene wurde auch als sublunare Ebene bezeichnet. Denn dieser galt als ein Übergang von der ätherischen zu der empyreischen Ebene. Er wurde auch als ein Tor in das Reich der Toten gesehen und Hekate wurde als eine Art Richterin aufgefasst, die entscheidet welche Seelen in das Reich der Toten gehen, oder in die höheren Sphären aufsteigen, oder in der materiellen Ebene erneut inkarnieren. Das Licht der Göttin ist in der ätherischen Ebene das Licht der Sonnen- und Lichtgötter. Die ätherische Ebene geht in die materielle Ebene über.

In der materiellen Welt offenbart sich Hekate in der Natur, die Natur ist eine Verkörperung von ihr, in den Orakeln wird die Natur als ihr Umhang/Mantel bezeichnet, der sie umgibt. In der neoplatonischen Philosophie wird Hekate in diesem Aspekt als Physis bezeichnet- sie ist die Göttin die die Seele und den Geist des Menschen an den Kosmos bindet, sie ist die Herrin über Erde, Himmel und Meer. Die neoplatonischen Philosophen wollten sich durch ihr asketisches Leben ihrem Einfluss und ihren Verlockungen widersetzen, um ihren höheren Aspekt als Soteira (Erlöserin) näher zu kommen. Da Hekate gleichzeitig in ihren niederen Aspekten den Geist an den Kosmos bindet und in ihren höheren Aspekten der Übergang zum Reinen und Absoluten ist- dem ersten Vater-Urgöttlichen. Das kosmische Licht der Göttin ist in der materiellen Welt das Licht der Sonne.

Die Kraft und die Liebe der Göttin erfüllen alle Welten und schaffen eine Harmonie und Symphathie, alles ist durch diese Kraft mit allem verbunden.

Auch das Verständnis der Seele ist hier anders, als unser modernes christlich beeinflusstes Seelenbild. Die Seele ist nicht der unsterbliche Teil des Menschen, dies ist der göttliche Geist. Die Seele ist ein Bindeglied zwischen dem göttlichen Geist, unserem göttlichen Funken und der materiellen Welt (dem physischen Körper). Ebenso wie die ätherische Ebene ein Bindeglied zwischen der materiellen und der empyräischen Ebene ist. Der göttliche Geist gehört somit der empyreischen Ebene an, die Seele der ätherischen und der physische Körper der materiellen Ebene.

Die Theurgie der Spätantike hatte zum Ziel die Seele des Theurgen mit seinem göttlichen Geist in Einklang zu bringen, um dann nach dem Tod nicht mehr in das kosmische werden und vergehen eingebunden zu sein, sondern durch Hekate-Soteira in den ersten Vater-erstes Licht- das Urgöttliche einzugehen.

Die Theurgie ist ein rechtshändiger Pfad, neben dieser existierte in der Antike auch noch ein linkshändiger Pfad, die Thamaturgie- magische Praktiken die auf das irdische Leben gerichtet waren. Auch bei diesen Praktiken spielte Hekate eine wichtige Rolle und galt in der Antike sogar als die Königin und Schutzpatronin der Hexen. Wobei ich hier anmerken will, dass der linkshändige Pfad nicht unbedingt böse ist und der rechtshändige Pfad gut. Der rechtshändige Pfad, ist auf das höhere gerichtet, aus dem irdischen Leben hinaus, will transzendieren und den Praktizierenden von dem Inkarnieren und der materiellen Welt lösen, asketischer Lebensstil um sich von den Verbindungen zurWelt zu lösen und sich dem Göttlichen zu öffnen. Der linkshändige Pfad ist auf die Welt gerichtet, lebensbejahend, das göttliche erfüllt die Welt, Freude und Ekstase können einen mit dem göttlichen verbinden. Aus meiner Sicht sind es zwei Wege zum selben Ziel- sich mit dem Göttlichen zu verbinden, denn alles was oben ist, ist auch unten- Soteira und Physis sind eins.

Ich verstehe Hekate in diesem System als eine Art Weltenbaum, sie erfüllt alle Ebenen des Seins, trennt und verbindet die Welten gleichzeitig und sie ist an dem tiefsten und dem höchsten Punkt des Kosmos und gleichzeitig auch außerhalb. Sie ist an den Schwellen von hyperkosmischer un kosmischer Realität und auch an den Schwellen zwischen den drei kosmischen Ebenen des seins. Die Weltseele entspring aus ihr und gleichzeitig ist sie die Weltseele und sie ist die Natur und gleichzeitig entspringt die Natur aus ihr.Ebenso ist sie auch eine Göttin die außerhalb der Schöpfung existiert- immanent und transzendent.

Das Bild der Hekate ähnelt in dieser Weltanschauung stark dem modernen Bild der großen Göttin. In der modernen Mythologie ist die große Göttin aus dem Urgöttlichen entsprungen, hat aus sich selbst heraus den Gott geboren und aus der Vereinigung mit ihm die Welten. Sie ist die Natur, alles ist ein Teil von ihr und alles wird von ihrem Geist erfüllt.

Genauso verstehe ich Hekate in diesem System und meine persönliche Erfahrung mit ihr spiegelt dies wieder.

Die modernen Sichtweisen über die große Göttin sind auch durch die Lehren der Renaissance geprägt, welche durchaus durch die chaldäischen Orakel und die neoplatonische Theurgie geprägt wurden. So kann dort durchaus eine Verbindung bestehen.

Heil dir Hekate, dunkle Mutter…

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 30. Mai 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Hekate Anrufung, Hekate Göttin, Hekate Invokation. Hinterlasse einen Kommentar

Heil dir Hekate,

dunkle Mutter,

Schoß und Grab aller Schöpfung,

du warst vor dem Anfang und in dir

Göttin kommt alles zu seinem Ende.

Aus deinem Leib wurden die ersten

Götter geboren,

Mutter der Welten, Beseelerin der Welten,

deine Liebe verbindet alles miteinander.

Weiße Götttin, fackeltragende und

lichtbringende Königin.

Dunle Königin der blassen Geister im Untergrund,

die ruhelosen Geister folgen dir, auf deinen

nächtlichen Wanderungen, sie folgen dir über

Friedhöfe und Kreuzwege, sie folgen den Flammen

deiner Fackeln. So wie die Motten vom Licht

angezogen werden, so werden die Schatten der

Toten von dir angezogen.

Königin der ruhelosen Seelen,

Herrin der nächtlichen Friedhöfe.

Wunderschöne Jungfrau, Strahlende, Göttin aller Übergänge,

Tor der Geister, Engel und Daimonen,

Weltseele und Weltenbaum,

du verbindest die Welten und Sphären miteinander.

Herrscherin über Erde, Himmel und Meer,

Nährerin des Lebens,

durch den Tod bringst du Leben zu den Lebenden.

Rot wie Blut sind deine feurigen Gewänder.

Gebieterin der heiligen Flammen,

Göttin des Herdfeuers,

sei ein Tor für die scheinenden Geister,

ein Tor für den Segen der Götter,

ein Tor für unsere Ahnen,

mögen sie unsere Heime in deinem Namen erfüllen.

Göttin der Kreuzwege,

während des dunklen Mondes,

treffen sich Hexen um dich zu ehren,

auf nächtlichen Friedhöfen, in dunklen Wäldern

und auf den Wegkreuzungen,

an Orten die keine Orte sind,

zu Zeiten ausserhalb der Zeit,

dort treffen wir dich

Phosphoros

Kourotrophos

Propylaia

Heilige Namen

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 28. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Hecate, Hekate, Namen der Göttin, Worte der Macht. Hinterlasse einen Kommentar

Im Laufe der Zeit hat Hekate eine Vielzahl von Beinamen erhalten, jeder Beiname öffnet ein Tor zu einem anderen Aspekt der Göttin. Die Namen der Göttin können als Worte der Macht verwendet werden. Hier zähle ich einige ihrer Namen auf und ordne sie ihren Aspekten zu.

Ourania (Himmlische)

Chtonia (Irdische)

Einalia (die aus dem Meer)

* Diese Namen beschwören Hekate als Herrin über die drei Reiche der physischen Existenz, Himmel, Erde, Meer.

Phosphoros (Lichtbringerin)

Angelos (Botin, Engel)

Propolos (Führerin)

* Diese Namen beschwören Hekates Aspekte als strahlende Jungfrau.

Physis (Natur)

Kourotrophos (Nährerin der Jugend)

Puripnon (Die Feuer ausatmet).

* Diese Namen beschwören Hekate als Magna Mater und Beseelerin des Lebens.

Propylaia (Hüterin der Pforten)

Anassa Eneroi (Herrin der ruhelosen Geister)

Ephoros (Wächterin, Hüterin)

* Diese Namen beschwören Hekate als dunkle Herrin über die Geister, Beschützerin der Übergänge und Schutzgöttin.

Trioditis (Herrin der Dreiwege)

Triformis (Dreigestaltige)

Tricephalos (Dreiköpfige)

* Diese Namen beschwören Hekate in ihrer dreifaltigen Manifestation.

Ameibousa (Die Verwandelnde)

Pantos Kosmou Kleidouchos (Schlüsseltragende Herrin des Kosmos)

Soteira (Erlöserin).

* Diese Namen beschwören Hekate als die dunkle Mutter, aus derem Leib die Welten geboren wurden, Herrin aller Veränderungen, Herrscherin des Kosmos und Wächterin der Schwelle zum reinen göttlichen Geist. Die dunkle Göttin der nächtlichen Sonne, die den Sonnengott (Hekatos, Helios, Lucifer) aus ihrem dunklen Leib gebar.

Ritus ihrer heiligen Feuer 2012

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 21. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Hekate Ritual, Hekate Vollmod, rite of her sacred fires. 2 Kommentare

Zum nächsten Vollmond findet der Ritus ihrer heiligen Feuer statt, ein internationales Ritual zu ehren der Göttin Hekate.

Überall auf der Welt haben Menschen in den letzten zwei Jahren, diesen Ritus ausgeführt.

Dieses Ereignis findet jetzt das dritte Mal statt. Beim ersten Ritus 2010 haben zwischen 2500 und 3000 Menschen an diesem Ritual teilgenommen.

2012 waren es ungefähr 4000 Menschen die sich beteiligt hatten.

Termin: 5. und 6. Mai.

Du kannst an diesem Ereignis teilnehmen, indem du einfach zum Vollmond im Mai das unten aufgeführte Ritual ausführst, um dich mit der Göttin zu verbinden und sie zu ehren.

Mehr Informationen findet du auf dieser Seite:

http://sacredfires.co.uk/the-rite-of-her-sacred-fires/2012-rite-of-her-sacred-fires

Ritus:

Geschrieben von Sorita d’Este (www.sorita.co.uk)
Übersetzung von Katrin Damasko

Vorbereitung:
Begieb dich an einen ruhigen Ort, an dem du diese Zeremonie ungestört durchführen kannst. Du benötigst eine Kerze (oder
auch eine andere Art von Opferfeuer, wie zum Beispiel eine Lampe oder offenes Feuer) und etwas mit dem du die Kerze
anzünden kannst. Wenn du möchtest, kannst du die Kerze oder auch andere Materialen, die du verwenden willst im
Einklang mit deiner Tradition segnen – wenn du das nicht tun möchtest, dann sollte die Kerze einfach nur gesäubert sein.
Auftakt:
Mache es dir bequem, atme tief ein und aus und finde dein inneres Gleichgewicht, eine Balance zwischen Geist,
Seele und Körper, die dich stolz und wunderschön im Auge der Welt erscheinen lässt. Atme tief und finde deine
Stimme, die Stimme mit der du Worte mit reiner und wahrer Absicht sprechen wirst. Atme tief und rufe die Freiheit
deines Herzens an, so dass du dich mit reinen Absichten und Wünschen ausdrücken kannst.
Lege beide Hände auf dein Herz (3 Herzschläge lang), den Zeige- und Mittelfinger deiner vorherrschenden Hand auf
deine Lippen (3 Herzschläge lang) und nun auf deine Stirn (3 Herzschläge lang). Nun umschließe deine Daumen mit
den Händen (in Fäusten) und erhebe beide Arme zum Himmel.
Öffne deine Hände, beide Handflächen zeigen nach oben, führe deinen rechten Arm nach unten zur Seite, mit nach
unten zeigenden Hanflächen und rufe die Göttin an.
Beschwörung:
Ich rufe Dich, Gebietern über Himmel, Erde und Wasser
Im Namen deiner Mysterien von Tag und Nacht
Im Namen des Mondlichts und des Schatten der Sonne
Ich rufe Dich, Gebieterin über Leben, Tod und Wiedergeburt
Trete aus dem Schattereich, erfülle meine Seele und erhelle meinen Geist
Drefaltige Herrin der drei Pfade
Ich ersuche Dich, Trägerin der Schlüssel und Herrin der Nachtwandernden Seelen
Verkünde Deine Weisheit von den Sternen
Verbreite Dein Sternenfeuer aus der Dunkelheit
Schöpferin des Lichts
Göttin des Schattenreichs! Lichtbringende Königin!
Flüstere nun deine Geheimnisse
Feuerbringer! Irdische! Königin des Himmels!
[Hebe beide Arme, Handflächen zeigen nach oben, zum Himmel (3 Herzschläge) und berühre dann den Boden,
Handflächen nach unten.]
[Sitze vor der Kerze und bereite dich aufs Anzünden vor]
[Atme drei Mal tief ein und erlaube deinen Sinnen zu erwachen]
Sage:
Hekate, Gefährtin und Führerin auf dem Weg zu den Mysterien
Ich enzünde dieses heilige Feuer Dir zu Ehren,
Sein Licht vereint die Sterne und die Steine, den Himmel und die Erde.
Mit diesem Feuer bekunde ich mein Begehren nach größerem Verständnis deiner Mysterien.
Askei Kataskei Erōn Oreōn Iōr Mega Samnyēr Baui (3mal)- Phobanita Semnē!
Große Hekate, die Du das Netz der Sterne spinnst und den Kreislauf des Lebens lenkst,
führe mich auf dem Weg zur Erkenntnis,
Von Scheideweg zu Scheideweg,
Die Fackelträger und Schlüsselträger deiner Mysterien, werden einander immer finden.
[Sitze und beobachte die Flamme, wie sie flackert und tanzt, konzentriere dich auf die verschiedenen Farben in der
Flamme, die Gelb- und Rottöne, die blauen und weißen Farben und das Schwarz. Wenn du möchtest kannst du
einige Zeit über der Flamme meditieren, nach Visionen oder Omen suchen. Ebenso kannst du die Flamme
erlöschen und die Kerze behalten. Lasse dein wahres Ich ihre wunderschönen Mysterien von diesem Tag an hell
erleuchten, die Flamme der Feuer Hekates brennt in deinem Herzen weiter!]
Ich verbanne nun die Schatten des Zweifels aus meinen Gedanken,
durchdrungen von der Stille und Wärme unserer Vereinigung.
Ich fühle deinen goldenen Glanz in meinem Herzen
und die Ehre der Erkenntnis auf meiner Stirn.
Ich bin ein Schüler deiner Mysterien.
[Lösche die Flamme, lege beide Hände auf dein Herz (3 Herzschläge lang), den Zeige- und Mittelfinger deiner
vorherrschenden Hand auf deine Lippen (3 Herzschläge lang) und nun auf deine Stirn (3 Herzschläge lang).]
Öffne deine Handflächen in Richtung Himmel, dann berühre die Erde.

 

Neumond, Schwarzmond, Dunkelmond, neuer Mond

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 19. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Deipnon, Dunkelmond, Hekate, Neulicht, Neumond, Noumenia, Schwarzmond. Hinterlasse einen Kommentar

In vielen neuheidnischen Büchern gibt es Begriffe wie Schwarzmond und Dunkelmond. Auch Neumond und neuer Mond werden oft verwendet. Doch viele sind mit der Bedeutung dieser Begriffe etwas verwirrt. Ich will hier versuchen etwas Licht in das Dunkel des Neumondes zu bringen.

Kalendarisch wird die Phase des Mondes, in dem er nicht sichtbar ist, als Neumond bezeichnet. Neumond ist somit die Phase die dunkel oder schwarz ist. Diese Phase steht dem Vollmond gegenüber. Da der Neumond nicht sichtbar ist, wird dieser im modernen Heidentum oft als Dunkelmond oder Schwarzmond bezeichnet.

Neumond-Schwarzmond-Dunkelmond beziehen sich somit auf die dunkle unsichtbare Phase des Mondes.

Einige Tage nach dem kalendarischen Neumond, wird die erste schmale Sichel des zunehmenden Mondes wieder sichtbar. In der modernen Astronomie wird dieser Tag als Neulicht bezeichnet. Neulicht ist somit der Tag, an dem die erste schmale Mondsichel wieder sichtbar ist.

Jetzt kommt die große Verwirrung: In alten Kalendern und in der Umgangssprache wird auch das Neulicht als Neumond bezeichnet. Und in vielen neuheidnischen Büchern wird die erste schmale Sichel auch als neuer Mond bezeichnet.

Man muss sich also wirklich klar machen, welche Mondphase gemeint ist, wenn vom Neumond oder auch neuem Mond die rede ist. Entweder die dunkle Phase des schwarzen Mondes, oder die erste schmale Mondsichel nach dem Schwarzmond.

 

Auch im Bezug zu Hekate, gibt es Verwirrungen zwischen Neumond und Neulicht.

Der altgriechische Kalender richtete sich nach dem Mond. Wenn die erste schmale Mondsichel nach dem Schwarzmond sichtbar wurde, begann der neue Monat. Mit dem Schwarzmond endete der Monat. Mit beiden Zeitpunkten wurde Hekate in der Antike verbunden. Der Schwarzmond wurde auch Deipnon genannt, der Name kommt von den Opfermahlen, die Hekate in dieser Zeit bekam. Das Neulicht wurde Noumenia genannt- übersetzt: Neumond. Der Schwarzmond (Deipnon) war stark mit verbannen vom Negativen, Reinigung des Heims und der Familie, dem beopfern von Geistern und Schutz verbunden. Das Neulicht (Noumenia) war stark mit der Segnung des Heims verbunden. In beiden Phasen wurde Hekate verehrt.

 

Bücher über Hekate

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 19. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Hekate, Hekate Bücher, Hekate Literatur. Hinterlasse einen Kommentar

Ich möchte hier einige Bücher über die Göttin Hekate zusammentragen:

Griechische Mythologie allgemein:

Karl Kerenyi: Die Mythologie der Griechen Band 1

Der Autor gibt einen netten Einblick in die Götterwelt der alten Griechen, es enthält auch eine gute Einführung zur Göttin Hekate Die Mythen werden so beschrieben, als wenn sie jemand von einem alten Griechen, erzhählt bekommen würde.

***

Bücher über Hekate mit wissenschaftlichen Schwerpunkt:

Nina Werth: Hekate Untersuchungen zur dreigestaltigen Göttin

***

Thomas Lautwein: Hekate die dunkle Göttin

***

Meiner Meinung nach die beiden besten und umfangreichsten Bücher über Hekate. Zusammen bilden sie einen guten Überblick über Hekate in der Antike. Nina Werth nähert sich Hekate über die Kunst an, Thomas Lautwein vor allem über die klassische Literatur. Beide sind sehr zu empfehlen.

Sarah Iles Johnston: Hekate Soteira

Die Autorin beschreibt Hekates Rolle in der Theurgie

***

Wolfang Fauth: Hekate Polymorphos

***

Elisabeth Wallinger: Hekates Töchter Hexen in der römischen Antike

***

Stephan Ronan: The Goddess Hekate

***

Jacob Rabinowitz: The Rotting Goddess

Der Autor hat das Buch als PDF zusammen mit anderen Artikeln von ihm, als gratis Download angeboten: http://www.invisiblebooks.com/Junk12.27.06.pdf

***

Robert von Rudloff: Hekate In Ancient Greek Religion:

Der Autor beschreibt die Rollen der Göttin Hekate in der klassichen Antike. Dabei geht er besonders auf ihre Aspekte als Propolos, Phosphoros, Propylaia, Kourotrophos und Chtonia ein.

***

Neuheidnische Bücher über Hekate:

Sorita D´este:

Hekate Liminal Rites

Hekate Keys To The Crossroads

Her Sacred Fires

Alle drei Bücher sind sehr zu empfehlen, vor allem zusammen. Außerdem hat die Autorin einen youtube Channel über die Göttin Hekate.

***

Naos Alexandria: Bearing Torches

Viele Sichtweisen über die Göttin, vor allem aus einem rekonstruktionistischen Blickwinkel betrachtet.

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Greg Crowfood: Crossroads The Path Of Hekate

Leider hat dieses Buch viele Fehlinformationen, vor allem über die Geschichte der Göttin, jedoch finden sich nette Rituale in dem Buch.

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Jason Miller: Protection And Reversial Magick

Eines der besten Bücher zu dem Thema, viele Praktiken und Riten sind mit der Göttin Hekate verbunden.

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Tara Sanchez: Temple Of Hekate

Ein wunderbares Buch, mit vielen Übungen um eine Verbindung zu Hekate aufzubauen, viele wurzeln in der Theurgie und den PGM.

Um mit dem Buch effektiv arbeiten zu können, sind einige Vorkenntnisse sinnvoll, beispielsweise durch das Buch: Janet Farrar: Progressive Witchcraft (gleicher Titel für die deutsche Übersetzung).

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Mark Alan Smith: Queen Of Hell:

Dieses Buch ist ein Grimoire. Es verbindet luciferianische Hexenkunst, Evokationsmagie und traditionelle Hexerei miteinander. Es beschreibt einen linkshändigen Pfad, in dem die Göttin Hekate die dunkle Mutter von allem ist, sie ist sowohl die dunkle Herrin der unteren Welten als auch die Himmelskönigin. Doch die Praktiken und Riten in diesem Buch beziehen sich vollkommen auf die dunkle Seite der Göttin.

Schutzritual

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 12. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: Hekate, Hekate Hexenkunst, Hekate Magie, Hekate Ritual, Propylaia, Schutzritual. Schutzmagie, Schutzzauber. Hinterlasse einen Kommentar

Ritual um dein Heim zu schützen:

Dieses Ritual wendet sich an Hekates Aspekte als Beschützerin der Türen, Pforten und Tore. Auch an ihre Aspekte als Hüterin des Heims und Abwenderin vom Bösen.

Führe dieses Ritual bei abnehmenden Mond aus.

Du brauchst für dieses Ritual:

Eine Laterne und Grab- oder Teelichter (oder andere Kerzen, die du in die Laterne stellen kannst).

Ein Ölauszug aus schützenden Kräutern (beispielsweise Lavendel, Lorbeer, Knoblauch).

Schrein der Göttin.

Opfergaben für die Göttin.

Ablauf:

Bereite den Schrein und die Opfergaben vor, geh in einen leichten Trancezustand und bereite dich auf das Ritual so vor, wie du es gewohnt bist. Binde die Handlungen des Rituals in deine gewohnte Ritualstruktur ein.

Rufe bei dem Ritual Hekate in ihren dunklen und schützenden Aspekten an Beispielsweise so:

„Mächtige Hekate, Herrin über die Geister, Herrin der Nacht, Königin der Hexen, Beschützerin der Pforten und der Tore, unüberwindbare Herrscherin, dunkle Königin, mächtige Jungfrau aus den Tiefen der Unterwelt. Ich preise dich und bitte dich, sei hier anwesend, an diesem Schrein und nimm meine Opfergaben an.“

Visualisiere sie als eine junge Frau, die in schwarze Gewänder gekleidet ist. Sie hat dunkle Sandalen an. Sie ist wunderschön, doch ihr Gesicht wirkt mächtig und streng, ihre Augen bestehen aus tiefer Finsternis. Schlangen winden sich in ihrem Haar und sie trägt eine brennende Fackel in der einen Hand und eine Peitsche in der anderen. Fühle ihre Stärke und ihre Kraft. Sprich immer wieder die Namen der Göttin:

„Propylaia, Ephoros, Apotropaios“*

Wenn du die Anwesenheit der Göttin fühlst, bring ihr deine Opfergaben dar. Und danke ihr für ihre Anwesenheit.

Nimm die Kerze und salbe sie mit dem Öl.

Halte dann die Kerze in deinen Händen und lass die Kraft aus deinem Inneren durch deine Hände in die Kerze fließen. Du segnest die Kerze mit deiner Kraft. Stell dir deine Haustür vor, stell dir vor, die Kerze brennt in deiner Laterne, vor deiner Haustür**. Das Licht der Kerze hüllt dein gesamtes Haus (oder deine Wohnung) in einen Kreis aus Licht ein. Nichts negatives kann diesen Lichtkreis überwinden. Alles Böse flieht vor dem Licht der Kerze. Lass deine Innere Kraft weiterhin in die Kerze fließen, während du diese Bilder visualisierst.

Sprich dann immer wieder die Namen der Göttin:

„Propylaia, Ephoros, Apotropaios“

Halte deine Visualisation und den Kraftfluss aufrecht, während du die Namen immer wieder sprichst. Wenn du glaubst es ist genug, hauche dreimal auf die Kerze, damit hauchst du ihr Leben ein.

Halte die Kerze dann in deinen Händen und hebe sie in Richtung der Darstellung der Göttin. Bitte sie darum, deinen Zauber zu stärken, ihn mit Kraft aufzuladen und dein Heim zu segnen. Bitte sie darum alle bösen Geister und jeden Schaden von dir, deinem Heim und deiner Familie abzuwenden.

Beispielsweise so:

„Mächtige Hekate, Propylaia, Ephoros, Apotropaios, segne diese Kerze, auf das sie mein Heim schützt. Schütze mein Heim vor jedem Schaden, vor allem Bösen, möge das Licht dieser Kerze in deinem Namen alle Schatten und alle bösen Geister vertreiben, möge alles Böse vor deinem Licht fliehen Göttin. Stärke diesen Zauber und mach ihn so mächtig, wie die Zauber der Kirke , der Medea und der thessalischen Hexen.“

Fühle die Kraft der Göttin, wie sie die Kerze erfüllt.

Danke der Göttin dann und entzünde die Kerze an den Kerzen deines Schreins.

Beende das Ritual, so wie du es gewohnt bist.

Die Kerze lässt du dann vor deiner Haustür, in der Laterne abbrennen. Visualisiere dann kurz, wie die Göttin schützend vor deiner Tür steht.

Der Zauber sollte jeden Monat bei abnehmenden Mond wiederholt werden, es ist auch möglich jeden Abend eine gesegnete Kerze abzubrennen. Bei dem Ritual können auch gleich mehrere Kerzen aufgeladen und gesegnet werden. Diese können dann nach und nach abgebrannt werden.

* Die Namen der Göttin bedeuten: Beschützerin der Tore- Propylaia. Hüterin oder Wächterin- Ephoros. Das Böse fernhaltende- Apotropaios.

* *Wenn es dir nicht möglich ist, die Kerze vor deiner Haustür abzubrennen, dann brenn sie in deinem Heim ab, in einem sicheren Gefäß.

Über Götterbilder, Kultstatuen und Götzendienst

Veröffentlicht von FlorianSchlie am 12. April 2012
Veröffentlicht in: Hekate. Schlagwort: alte Götter, Götter, Götterbilder, Götterstatuen, Göttin, Götzen, Götzenbilder, Götzendienst, Hekate. Hinterlasse einen Kommentar

In den verschiedenen Strömungen des modernen Heidentums, als auch in den religiösen Praktiken der Antike, spielen und spielten Statuen, Bildnisse und Darstellungen der Gottheiten eine wichtige Rolle.

Und von den monotheistischen Religionen, wurde den Heiden der Antike, als auch den modernen Heiden, Götzendienst und Götzenanbetung vorgeworfen.

Unter Götzendienst und Götzenanbetung versteht man, die Anbetung und Verehrung von Statuen und anderen Kultobjekten. Aus dieser Sichtweise heraus betrachtet, glaubt man, dass die Heiden die Statuen, Bildnisse und Kultobjekte anbeten.

Doch diese Vorstellung ist falsch!

Die Statuen und Darstellungen der Gottheiten sind Symbole. Sie bilden die Gottheit ab, oder stellen sie dar. Doch sie werden nicht als die Gottheit selbst betrachtet. Die Götterbilder schaffen für die Gläubigen einen Fokuspunkt, ähnlich wie Heiligenstatuen und Heiligenbildnisse im Katholizismus.

Heiden verehrten und verehren nicht die Statuen der Gottheiten, sondern die Gottheiten selbst. Die Statuen sind lediglich Symbole für die verehrte Gottheit und helfen dem Gläubigen, sich den Gottheiten anzunähern.

Herkömmliche Götterbilder:

Der Großteil der Götterbilder der Antike waren Repräsentationen der Gottheit. Die Gottheit wurde so dargestellt, wie sie in den Mythen beschrieben wurde, oder wie Anhänger sie sich vorstellten, oder wahrnahmen. Die Statuen der Götter standen auf Schreinen und Altären, vor ihnen wurden Opfergaben niedergelegt, Weihrauch und Räucherwerk verbrannt und Libationen (Trankopfer) ausgegossen. Doch den Gläubigen war bewusst, dass sie nicht die Statue anbeten, sondern die Gottheit, der diese Statue gewidmet war. Ebenso ist es im modernen Heidentum.

Beseelte Statuen:

Neben den herkömmlichen Statuen gab es auch besondere Statuen von Gottheiten, die als von der Gottheit beseelt, betrachtet wurden.

Diese besonderen Statuen standen oft in Tempeln und nur ausgewählte Menschen hatten Zugang zu diesen Statuen. Sie wurden nur bei besonderen Anlässen der Öffentlichkeit gezeigt (beispielsweise bei Festen oder Prozessionen).

Man glaubte diese Statuen würden durch den Geist der Gottheit beseelt werden. Der Geist und die Kraft der Gottheit war immer mit einem Teil seiner Kraft in diesen Statuen anwesend und somit konnten diese Statuen für die Priester zu einer direkten Verbindung zu der betreffenden Gottheit werden. Doch auch hier wurde die Statue nicht als die Gottheit selbst betrachtet, man glaubte lediglich, dass die betreffende Gottheit die Statue mit ihrer Anwesenheit und Kraft beseelen konnte. Diese Statuen waren somit direkte Überträger für die Macht und den Segen der Gottheit. Man glaubte die Gottheit könnte durch diese Statuen direkt auf die Priester und Gläubigen einwirken.

In der Spätantike setzte sich immer mehr der Glaube durch, dass die einzelnen Gottheiten mit uns Menschen durch eine Schaar von Daimonen (Vermittler) verbunden waren. Diese Daimonen stellten somit eine Verbindung zwischen Menschen und Gottheiten her. Jede Gottheit hatte seine eigenen Daimonen, die ihre Gläubigen mit der entsprechenden Gottheit verbanden. Man glaubte, dass ein Daimon der entsprechenden Gottheit in den beseelten Statuen anwesend ist und die Statue mit der Gottheit verbindet.

Die beseelten Statuen wurden sehr respektvoll behandelt, sie wurden rein gehalten, gesalbt, beräuchert und gut behandelt. In diesen Praktiken wurzeln die Vorwürfe des Götzendienstes. Doch auch in den Kultpraktiken die sich um die besselten Statuen rankten, war man sich bewusst, dass die Statue nicht die Gottheit ist, sondern die Gottheit mit der Statue verbunden ist.

Die beseelten Götterstatuen sind im modernen Heidentum noch selten, der überwiegende Teil von modernen Heiden verwendet die herkömmlichen Repräsentationen der Gottheiten, als Symbol für die Gottheit.

 

 

 

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