Trance: Hekates Prozession

Hekate by Jeff Cullen.

Führe diese mentale Projektion während des Übergangs vom dunklen Mond zum neuen Mond durch, oder an einem anderen Zeitpunkt des Übergangs, wie den vier großen Hexensabbaten.

Schaffe je nach deiner Ritualstruktur einen geschützten und heiligen Raum, entzünde Kerzen für die Göttin Hekate und halte Opfergaben für sie bereit (Brot, Fisch, Eier, Käse, Kuchen, Honig, Milch, Wein beispielsweise) und eine Opferschale.

Ablauf:

Nachdem du um dich einen heiligen und geschützten Raum geschaffen hast, geh in eine leichte Trance. Stell dir vor du würdest tiefer und tiefer in die Erde sinken, fühlen das Sinken in die Tiefe.

Wenn du in der Trance bist, fühle in deinen Körper hinein. Stell dir vor, deine Seele tritt aus deinem Körper heraus, fühle wie du deinen Körper verlässt. Stell dir bildlich vor wie du in deinem heiligen Raum stehst, betrachte die Kerzen und die Opfergaben. Dreh dich um und sehe deinen Körper an, wie er ruhig da sitzt oder liegt. Achte auf deine Eindrücke und Gefühle.

Stell dir vor du würdest leichter und leichter werden und du beginnst zu schweben, du steigst stetig nach oben, bis du dein Heim verlässt. Fühle die kalte Nachtluft, sieh die Sterne über dir leuchten.

Lass dich einfach ziellos durch die Nacht treiben, wie ein leichter Same im Wind.

Ein Nebel zieht auf und du bist vollkommen von Nebelschwaden umgeben, du siehst nichts als Nebel. Du wirst schwerer und schwerer und sinkst langsam wieder zu Boden, fühle wie du den Erdboden mit deinen Füßen berührst, fühle wie du wieder fest auf der Erde verankert bist. Um dich herum ist nichts als Nebel. Dieser beginnt dünner und dünner zu werden bis er sich lichtet und du wieder klar sehen kannst.

Du stehst auf einem uralten und ausgetretenen Feldweg. Aus alten Steinen vor Jahrhunderten gefertigt. Um dich herum erstrecken sich Felder und vereinzelte Bäume, in der Ferne sind Hügel die von Wald bedeckt sind. Der Weg erstreckt sich unendlich von dir fort, in beide Richtungen. Du überlegst in welche Richtung du gehen willst, doch du verharrst einfach auf dem Weg, wie erstarrt, ziellos wartest du einfach auf diesem Weg. Über dir leuchten die Sterne, die Nacht ist ruhig und friedlich.

In der Ferne hörst du das Bellen von Hunden. Das Bellen wird immer lauter, so als würde es näher kommen. Du schaust den Weg entlang, das Bellen kommt näher und näher, es bewegt sich auf dich zu.

In der Ferne siehst du jetzt zwei Lichter, die parallel auf dich zukommen. Sie kommen immer näher, und je näher das Licht kommt, desto lauter wird das bellen.

Jetzt siehst du das die Lichter zwei Flammen sind, die sich in der Dunkelheit auf dich zu bewegen,

Vor diesen Lichtern bewegt sich etwas und drei große Schatten laufen auf dich zu.

Du erkennst das es drei riesige Hunde sind, schwarz wie die Nacht. Sie laufen auf dich zu, erst willst du weglaufen, doch du kannst dich nicht rühren, wie angewurzelt stehst du da. Bellend laufen sie auf dich zu. Kommen näher und näher. Doch sie scheinen dich gar nicht zu bemerken, sie laufen einfach an dir vorbei, den Weg entlang. Du schaust ihnen nach. Dann hörst du Schritte, die auf dich zugehen, laute Schritte so als würde eine Armee von Menschen auf dich zu schreiten. Die Flammen sind Näher gekommen und du erkennst das die Flammen zwei Fackeln sind, die von einer Frau gehalten werden. Sie trägt ein schwarzes Kleid mit goldenen Verzierungen. Auch ihr Haar ist schwarz. Die Frau ist jung und wunderschön, doch sie strahlt Macht und Autorität aus. Du erkennst das sich in ihrem Haar lebendige Schlangen winden du kannst ihr zischen hören,

Die Göttin schreitet auf dich zu, instinktiv gehst du einen Schritt zurück und machst ihr den Weg frei, ein lächeln bildet sich auf ihren Lippen. Schweigend geht sie an dir vorbei, nur einige der Schlangen in ihrem Haar neigen ihre Köpfe in deine Richtung und mustern dich.

Die Göttin ist mit ihren Fackeln an dir vorbei geschritten. Und du schaust ihr nach. Doch die Schritte die auf dich zugehen werden lauter und lauter und du siehst das ein Zug von Menschen auf dich zugeht. Wieder machst du den Weg frei. Und die Prozession geht an dir vorbei. Hunderte von Menschen folgen der Göttin auf diesem alten Weg. Männer, Frauen, Kinder, Menschen aller Altersklassen. Ruhelose Geister die ihren Weg verloren hatten, die nicht die Schwelle überschreiten konnten. Sie folgen den Fackeln der Göttin, wie die Motten dem Licht folgen.

Wahrscheinlich wissen sie nicht mal warum. Du kannst ihr Leid spüren, einige klammern sich an ihr altes Leben, sie sind viel zu jung gestorben. Andere sind voller Zorn und voller Hass, zerfressen bis aufs Innerste. Andere sind einfach nur verwirrt, sie wissen nicht das sie Tot sind, sie ließen sich einfach treiben, bis die Göttin ihren Weg kreuzte.

Und dann spürst du das in der Prozession der Göttin auch andere Wesen zwischen den Geistern laufen, Seelen von Menschen die genau wie du ihren Körper verlassen haben. Einige von ihnen bewusst, andere unbewusst. Sie laufen zwischen den Geistern. Und auch du reihst dich jetzt in die Prozession ein. Folgst still der Göttin.

Du Folgst ihr und gehst mit der Prozession den Weg entlang. Immer wider kommt ihr an Wegkreuzungen an denen der Weg sich gabelt, immer wieder reihen sich andere Seelen und Geister in den Zug ein. Mal verläuft der Weg gerade, mal macht er Kurven. Du verlierst das Zeitgefühl und lässt dich einfach in der Prozession mit treiben.

Irgendwann merkst du das sich etwas verändert, die Prozession wird langsamer und ihr geht auf eine riesige Wegkreuzung zu.

In der Mitte der Kreuzung steht die Göttin mit ihren Fackeln und um sie herum versammeln sich die Geister, umrunden und umgeben sie.

Sie lächelt, alle Geister und Seelen haben sich um sie versammelt.

Das Feuer ihrer Fackeln flammt auf und wird heller und heller, das Licht breitet sich über die gesamte Wegkreuzung aus und blendet dich, du kannst nichts mehr sehen außer dieses gleißende Licht. Freude und Frieden überkommt dich, du fühlst dich leicht und unbeschwert. Das Licht reinigt dich und füllt dich aus, reinigt dich von allen Sorgen und jedem Kummer.

Dann ebbt das Licht ab und du siehst wieder die brennenden Fackeln der Göttin.

Doch die Göttin hat sich verändert. Sie ist kleiner, ein junges Mädchen von vielleicht dreizehn Jahren steht mit riesigen Fackeln auf der Wegkreuzung. Viel zu groß für ihre kleinen Arme.

Sie trägt ein weißes Kleid mit goldenen Verzierungen an Saum und Kragen.

Ihr Haar ist hell und ihr Kopf ist von einer Krone aus strahlenden Sternen gekrönt.

Die Schmale Sichel des neuen Mondes leuchtet über ihrer Krone aus Sternenschein.

Obwohl sie ein Mädchen ist, strahlt sie ein ungeheures Alter aus, sie ist älter als die Zeit selbst.

Ein weises, wissendes Lächeln ziert ihr junges Antlitz.

Du siehst, dass die Wegkreuzung leerer ist, die Geister sind verschwunden, nur noch vereinzelt stehen andere Menschen auf der Wegkreuzung und jeder von ihnen ist in ein helles strahlen gehüllt. Auch du selbst strahlst wie ein Stern in der Dunkelheit.

All die Menschen die noch anwesend sind, sind lebendig, Menschen wie du, die ihren Körper verlassen haben.

Ihr alle seht die Göttin an, sie segnet euch durch das Licht ihrer Fackeln. Ihr Feuerschein spiegelt sich in dem Licht wieder, das eure Seelen erfüllt.

Sie spricht zu euch:

„Ihr seit Kinder der Erde, doch euer Ursprung liegt jenseits des Sternenlichtes,

strahlt wie ein Stern in der Dunkelheit, meine Kinder, lasst euer inneres Feuer scheinen

für die Welt!“

Das Licht der Fackeln wird wieder hell und blendet dich, wieder wirst du gereinigt und gesegnet, mit Kraft erfüllt durch das Licht der Göttin.

Das Licht lässt nach und du befindest dich wieder in deinem heiligen Raum, du siehst die brennenden Kerzen, deinen Körper wie er ruhig sitzt oder liegt. Das Strahlen und Leuchten deiner Seele erfüllt den Raum. Geh auf deinen Körper zu, geh in diesen hinein. Das Strahlen deiner Seele breitet sich in deinem Körper aus, auch dieser beginnt zu leuchten wie ein Stern.

Kehre zurück aus der Trance, öffne deine Augen. Komm wieder ins hier und jetzt.

Ruf die Göttin Hekate an, bei dir zu sein.

Dann segne die Opfergaben für die Göttin, lass etwas von deinem inneren Licht in die Opfergaben fließen und stell dir vor, die Opfergaben beginnen zu leuchten und zu strahlen.

Dann leg (bzw. gieße) die Opfergaben in die Opferschale.

Sag dabei mit deinen eigenen Worten, dass du dieses Opfer für die Göttin Hekate darbringst und für die ruhelosen Geister, auf das sie ihren Weg finden mögen.

Danke Hekate für ihre Segnungen und löse dein Ritual auf, je nach deiner Ritualstruktur.

Bring die Opfergaben dann später auf eine Wegkreuzung.

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