Über Götterbilder, Kultstatuen und Götzendienst

In den verschiedenen Strömungen des modernen Heidentums, als auch in den religiösen Praktiken der Antike, spielen und spielten Statuen, Bildnisse und Darstellungen der Gottheiten eine wichtige Rolle.

Und von den monotheistischen Religionen, wurde den Heiden der Antike, als auch den modernen Heiden, Götzendienst und Götzenanbetung vorgeworfen.

Unter Götzendienst und Götzenanbetung versteht man, die Anbetung und Verehrung von Statuen und anderen Kultobjekten. Aus dieser Sichtweise heraus betrachtet, glaubt man, dass die Heiden die Statuen, Bildnisse und Kultobjekte anbeten.

Doch diese Vorstellung ist falsch!

Die Statuen und Darstellungen der Gottheiten sind Symbole. Sie bilden die Gottheit ab, oder stellen sie dar. Doch sie werden nicht als die Gottheit selbst betrachtet. Die Götterbilder schaffen für die Gläubigen einen Fokuspunkt, ähnlich wie Heiligenstatuen und Heiligenbildnisse im Katholizismus.

Heiden verehrten und verehren nicht die Statuen der Gottheiten, sondern die Gottheiten selbst. Die Statuen sind lediglich Symbole für die verehrte Gottheit und helfen dem Gläubigen, sich den Gottheiten anzunähern.

Herkömmliche Götterbilder:

Der Großteil der Götterbilder der Antike waren Repräsentationen der Gottheit. Die Gottheit wurde so dargestellt, wie sie in den Mythen beschrieben wurde, oder wie Anhänger sie sich vorstellten, oder wahrnahmen. Die Statuen der Götter standen auf Schreinen und Altären, vor ihnen wurden Opfergaben niedergelegt, Weihrauch und Räucherwerk verbrannt und Libationen (Trankopfer) ausgegossen. Doch den Gläubigen war bewusst, dass sie nicht die Statue anbeten, sondern die Gottheit, der diese Statue gewidmet war. Ebenso ist es im modernen Heidentum.

Beseelte Statuen:

Neben den herkömmlichen Statuen gab es auch besondere Statuen von Gottheiten, die als von der Gottheit beseelt, betrachtet wurden.

Diese besonderen Statuen standen oft in Tempeln und nur ausgewählte Menschen hatten Zugang zu diesen Statuen. Sie wurden nur bei besonderen Anlässen der Öffentlichkeit gezeigt (beispielsweise bei Festen oder Prozessionen).

Man glaubte diese Statuen würden durch den Geist der Gottheit beseelt werden. Der Geist und die Kraft der Gottheit war immer mit einem Teil seiner Kraft in diesen Statuen anwesend und somit konnten diese Statuen für die Priester zu einer direkten Verbindung zu der betreffenden Gottheit werden. Doch auch hier wurde die Statue nicht als die Gottheit selbst betrachtet, man glaubte lediglich, dass die betreffende Gottheit die Statue mit ihrer Anwesenheit und Kraft beseelen konnte. Diese Statuen waren somit direkte Überträger für die Macht und den Segen der Gottheit. Man glaubte die Gottheit könnte durch diese Statuen direkt auf die Priester und Gläubigen einwirken.

In der Spätantike setzte sich immer mehr der Glaube durch, dass die einzelnen Gottheiten mit uns Menschen durch eine Schaar von Daimonen (Vermittler) verbunden waren. Diese Daimonen stellten somit eine Verbindung zwischen Menschen und Gottheiten her. Jede Gottheit hatte seine eigenen Daimonen, die ihre Gläubigen mit der entsprechenden Gottheit verbanden. Man glaubte, dass ein Daimon der entsprechenden Gottheit in den beseelten Statuen anwesend ist und die Statue mit der Gottheit verbindet.

Die beseelten Statuen wurden sehr respektvoll behandelt, sie wurden rein gehalten, gesalbt, beräuchert und gut behandelt. In diesen Praktiken wurzeln die Vorwürfe des Götzendienstes. Doch auch in den Kultpraktiken die sich um die besselten Statuen rankten, war man sich bewusst, dass die Statue nicht die Gottheit ist, sondern die Gottheit mit der Statue verbunden ist.

Die beseelten Götterstatuen sind im modernen Heidentum noch selten, der überwiegende Teil von modernen Heiden verwendet die herkömmlichen Repräsentationen der Gottheiten, als Symbol für die Gottheit.

3 Kommentare zu “Über Götterbilder, Kultstatuen und Götzendienst

  1. Hallo 🙂
    Erst einmal ein großes Lob und vielen Dank für deinen Blog ! Er ist großartig!
    Zum Thema Götzendienst:
    Die jüdisch-christliche Glaubensrichtungen sind sich im Prinzip in einem einig : es gibt einen eifersüchtigen Gott, und er ist der alleinig Gute. Alle anderen sind erst mal die Bösen. Es wird nichts darüber ausgesagt, wie die Götter entstanden sind, ihre Existenz wird schon fast negiert. Dabei gehen sowohl Thora als auch das Neue Testament davon aus, dass es andere Götter gibt . Schon in den 10 Geboten heißt es : Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Das bedeutet klar: es gibt andere! Die Frage, welche Götter das denn nun sind wird ängstlich beiseite geschoben.
    Im modernen christlichen Glauben wird Götzendienst auch gern mit Fernsehen, Disco-Besuchen und ähnlichem gleich gesetzt. Je nach dem, welcher Richtung und Ausprägung ein Gläubiger angehört, kann der vermeintliche Götzendienst schon skurrile Formen annehmen .

    Liebe grüße!

    • Du schreibst mir da aus der Seele liebe Schwester, aber seit der Aufklärung hat sich auch das Wesen der Kirche geändert und Sie fangen an den Sinn der kleineren Lichter zu verstehen. Die große Mondin wird der Sonne immer gleicher und braucht als Solche Ihr Licht nicht mehr unter irgendeinen Scheffel zu stellen. Größe erfordert Diskretion… LUNA INVICTA

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