Die Gestaltung meines Schreines ändert sich immer mal wieder. Ich möchte hier einige Eindrücke von meinem Schrein geben.
Embracing Hekate…
Aktualisierung: Die Ritualgruppe wird sich das erste mal am 25. Mai 2013 treffen. Zum Ritual ihrer heiligen Feuer. Danach wird sich die Gruppe vorraussichtlich quartalsweise oder halbjährlich treffen. So können auch Interessierte besser an der Gruppe teilnehmen, die nicht in der Nähe von mir leben.
Die Göttin Hekate auf mystische Weise erfahren.
Hekate ist eine Göttin die schon in der Antike als eine vielgestaltige, facettenreiche und vielgesichtige Gottheit wahrgenommen wurde. Je nach Zeit und Region wurde diese Göttin verschieden beschrieben, dargestellt und verehrt.
Als ursprüngliche Titanin, die den sterblichen Glück, Erfolg und Wohlstand spendete und die Menschen und Götter verband. Oder als strahlende und Licht bringende Jungfrau, die Menschen und selbst Göttinnen, mit ihren Fackeln über die Schwellen und Übergänge führte. Auch als dunkle und mächtige Herrin über die ruhelosen Geister, Herrin der Kreuzwege, Beschützerin der Pforten und Tore und selbst als große Göttin, aus derem Leib die Welten geboren wurden und die den Kosmos beseelt.
Auch heute ist Hekate eine vielgestaltige Göttin, die sich auf viele Weisen offenbaren kann und die wir Menschen in ganz verschiedenen Gestalten wahrnehmen können.
Ab Mai 2013 möchte ich eine Erfahrungs- Ritual- und Arbeitsgruppe ins Leben rufen, bei der die spirituelle Verbindung zu der Göttin Hekate im Mittelpunkt steht.
Ziel dieser Gruppe ist es die Göttin in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu erfahren und sich ihr durch Trance, Meditationen und Rituale anzunähern.
Die Gruppe wird sich voraussichtlich quartalsweise treffen um über die Göttin zu sprechen und sich ihr praktisch anzunähern. Dabei werden Techniken und Möglichkeiten vermittelt, sich mit der Göttin auf mystische Weise zu verbinden und diese Verbindung mit der Zeit auszubauen und zu verstärken.
Nach jedem dieser Treffen bekommen die Teilnehmer der Gruppe Hausaufgaben, die sie bis zum nächsten Treffen ausführen können.
Der Hauptfokus dieser Gruppe wird auf Hekates Erscheinungsform als Quelle des Kosmos, Verkörperung der Natur und Beseelerin der Welten liegen, aber auch auf ihren anderen Aspekten und Erscheinungsformen.
Organisation:
Diese sprituelle Arbeitsgruppe ist nicht auf einen religiösen Pfad oder eine Tradition festgelegt, Menschen aller religiöser Pfade und spiritueller Traditionen können sich dieser Gruppe anschließen. Das einzige Kriterium ist ein Interesse an der Göttin Hekate und die Bereitschaft sich dieser Göttin durch Rituale, Trance, Meditationen etc. anzunähern. Eine mystische Erfahrung dieser Göttin steht im Vordergrund dieser Gruppe.
Die Treffen finden voraussichtlich quartalsweise (jeweils an einem Samstag) in Aerzen (Groß Berkel) statt. Es wird eine regelmäßige Teilnahme an den Treffen erwartet, jeder sollte die Zeit aufbringen können zu den Treffen zu kommen und auch um Übungen, Rituale, Meditationen etc. bei sich zu hause durchzuführen.
Die Gruppe ist auf einen Zeitraum von ungefähr 13 Treffen angelegt.
Wenn Mitglieder der Gruppe in dieser Zeit erkennen, dass sie kein weiteres Interesse mehr an dieser haben, kann natürlich jeder die Gruppe jederzeit verlassen.
Interessierte unter 18 Jahren benötigen die Einverständnis ihrer Eltern.
Kosten:
Die Teilnahme an der Gruppe kostet kein Geld. Allerdings Zeit und die Bereitschaft regelmäßig zu den Treffen zu kommen.
Spenden werden gerne angenommen und werden für das Hekate Tempel Projekt verwendet.
Inhalte:
Bei den monatlichen Treffen werden verschiedene Praktiken besprochen und durchgeführt, die Inhalte sind inspiriert durch die griechischen Zauberpapyri, die spätantike Theurgie, aber auch durch Praktiken aus verschiedenen modernen Traditionen.
In der Gruppe wird beispielsweise folgendes vermittelt:
Aufbau eines Schreines,
Herstellung von Amuletten und Talismanen die eine Verbindung zur Göttin stärken,
Weihe und Beseelung von Statuen und Bildern der Göttin,
Annäherung an verschiedene Aspekte der Göttin,
Rituale zu ehren der Göttin,
Die Göttin durch die Natur und Elemente wahrnehmen,
Mystische Erfahrung der Göttin durch Andachten, Trance und Meditation,
Verwendung ihrer antiken Beinamen als Worte der Macht oder um
verschiedene Facetten von ihr zu betonen,
Transformation des Selbst- durch die Verbindug zur Göttin,
Und viele weitere Inhalte…
Bei Interesse oder für mehr Informationen, könnt ihr mich über folgende Email Adresse erreichen:
hekate-tempel@gmx.de
Öle haben eine lange Tradition, sowohl in der Magie, als auch in der Religion. Mit geweihten Ölen wurden besondere Lampen entzündet, mit ihnen wurden Opferkerzen gesalbt, besondere Gegenstände und auch Menschen wurden mit Ölen gesegnet.
Für meine Rituale mit Hekate verwende ich gerne Ölauszüge aus folgenden Kräutern: Minze, Lavendel und Wermut. Wobei ich statt eine Mischung aus diesen Kräutern, Öle bevorzuge die nur aus einem dieser Kräuter hergestellt wurden.
Herstellung:
Gib die Blätter des Krautes in ein dicht schließendes Gefäß (Marmeladenglas) und übergieß sie mit Öl (Mandelöl, Rapsöl, Jojobaöl), verschließ das Gefäß und erhitze es in einem Wasserbad. Lass das Wasser für einige Minuten heiß aufkochen, dann lässt du das Gefäß im Wasserbad für ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme. Die Wirkstoffe und Duftstoffe der Kräuter lösen sich im Öl. Lass das Öl abkühlen und filtere die Kräuter aus dem Öl. Dies wiederholst du so oft, bis das Öl den gewünschten Duft angenommen hat (ich führe dies meist drei Male aus).
Das Öl kannst du dann verwenden um es Hekate zu opfern, um Kerzen zu salben, die du für sie abbrennst oder auch in Öllampen verwenden. Natürlich auch um dich selbst in Ritualen zu salben und zu segnen.
Minzöl:
Ich stelle das Minzöl aus Grünen Minzen her (Spermint) von denen viele verschiedene Sorten in meinem Hexengarten wachsen. Die Grünen Minzen werden von Jupiter und Venus beherrscht und ihre Energie passt sehr gut zu Hekate. Minze wird in der Magie verwendet um Wohlstand, Glück und gute Geister anzuziehen, auch um Geister zu rufen und sie zu beopfern. Wenn Minze für den Kontakt zu Geistern verwendet wird, sollte man keine Pfefferminze verwenden, da diese eine eher trennende und fernhaltende Energie hat.
Lavendelöl:
Lavendel reinigt und schützt, der Duft entspannt und gleicht dich aus. Lavendel zieht gute Geister und Mächte an und hilft gleichzeitig negative Geister und Mächte fern zu halten. Lavendel stärkt die Intuition. Beherrscht wird Lavendel von den Planeten Merkur und Jupiter.
Wermutöl:
Achtung: Wermut enthält Thujon, daher nicht in der Schwangerschaft verwenden! Wermut wird verwendet um sich mit den Geistern der Toten zu verbinden und mit den Ahnen. Es wird auch verwendet um die Kräfte der Weissagung und der Divination zu verstärken. Beherrscht wird Wermut von den Planeten Mond und Mars.
Ölauszüge aus diesen Kräutern scheint Hekate als Opfergabe sehr zu mögen. Das Lavendelöl verwende ich gerne wenn ich mit Hekates Aspekten als Lichtbringerin und Führerin „arbeite“. Das Minzöl verwende ich gerne um Hekates Aspekte als Göttin des Wohlstandes zu betonen, als Göttin die uns Menschen Glück, Sieg und Macht spenden kann (wie in Hesiods Theogonie). Das Wermutöl verwende ich gerne wenn ich mit ihren Aspekten als Wächterin der Tore, Hüterin der Schwellen und Herrin der Geister „arbeite.
Ein weiterer Duft den Hekate sehr zu mögen scheint ist Jasmin. Leider ist Jasminöl in seiner naturreinen Form sehr teuer. Doch im Internet gibt es verdünnte Öle (auf Jojobaöl Basis) die mit echtem Jasminöl hergestellt wurden. Jasmin wird vom Mond und der Venus beherrscht, es wird verwendet um Liebe anzuziehen, durch Träume in die Zukunft zu blicken und auch um gute Geister anzuziehen.
Neben der Trinität von Hekate, Artemis und Selene, ist auch die Trinität von Kore, Demeter und Hekate im modernen Heidentum sehr populär.
Oft wird auch diese Trinitä in Büchern und auf Internetseiten, mit dem modernen Bild der Jungfrau-Mutter-Greisin verbunden. Wobei Kore als Jungfrau gesehen wird, Demeter als Mutter und Hekate als Greisin.
Auch diese Interpretation der Göttinnen ist eine moderne Fehlinterpretation, die vor allem durch die feministisch-religiösen Bücher von Barbara G Walker populär gemacht wurde (ebenso wie die Trinität von Hebe, Hera und Hekate- als Jungfrau-Mutter-Greisin, für die ich überhaupt keine historischen Belege kenne).
Hier nun zu den historischen Fakten:
Im homerischen Demetermythos, wird Kore in die Unterwelt entführt, von Hades- dem Gott der Unterwelt.
Hekate hört in ihrer Höhle die Schreie von Kore. Helios der Sonnengott, sieht was geschehen ist. Doch Hekate hat in ihrer Höhle nur die Schreie von Kore hören können.
Neun Tage lang irrt Demeter über die Erde und sucht verzweifelt ihre Tochter. Während der zehnten Morgendämmerung, trifft sie auf Hekate. Diese wird als kindliche, schöne und strahlende Göttin beschrieben. Hekate erzählt Demeter, dass sie die Schreie von Kore hören konnte. Zusammen gehen sie dann zu Helios. Dieser verrät Demeter, dass Kore in die Unterwelt entführt wurde.
Hekate erscheint in dem Mythos dann erneut, als Kore aus der Unterwelt aufsteigt, sie ist ihre Führerin und Begleiterin. Und führt diese Rolle ab dann, bei ihrem jährlichen Aufstieg aus der Unterwelt und ihrem Abstieg in dir Unterwelt aus (denn Kore muss ein Drittel des Jahres bei Hades in der Unterwelt verbringen, die restliche Zeit darf sie auf der Erde bei Demeter verbringen).
Sowohl Kore als auch Hekate werden als jugendliche Göttinnen beschrieben. Demeter ist eine Mutter. Doch von einer Greisin ist in diesem Mythos keine Rede.
Auch in der orphischen Version dieses Mythos, erscheint Hekate als eine jugendliche Göttin, sie ist die Amme und ältere Schwester der Kore. Nach dem Raub in die Unterwelt, macht sie sich auf die Suche nach ihr und führt sie schließlich wieder aus der Unterwelt hinauf, in die Welt der Sterblichen. Doch jedes Jahr, muss Kore wieder hinab in die Unterwelt steigen. In dieser Version irrt Demeter über die Erde, verzehrt von Trauer. Sie erscheint den Sterblichen als alte Frau. Doch diese Tarnung nehmen auch andere Gottheiten an, wenn sie mit den Menschen in Kontakt treten.
Der Mythos beschreibt den Wechsel der Jahreszeiten. Wenn Kore aus der Unterwelt kommt, bringt sie den Frühling und das Leben mit, wenn sie wieder in die Unterwelt hinabsteigt, löst sie damit den Tod und den Winter aus. Während sie in der Unterwelt ist, ist sie dort die Herrin der Toten- Persephone. Dieser Name wird für sie gebräuchlich. Hekate ist ihre Führerin und Begleiterin. Der Mythos ist auch ein Einweihungsmythos und bezieht sich auf die Mysterien in Eleusis.
In der Antike wurden Kore, Demeter und Hekate also nicht als Jungfrau-Mutter-Greisin gesehen.
Wenn man eine Trinität daraus ablesen will, dann die der Braut (Kore), der jungfräulichen Führerin (Hekate) und die der Mutter (Demeter). Oder wenn man die orphische Version nimmt, kann man eine Trinität aus einer Mutter (Demeter) und ihrer zwei Töchter (Kore, Hekate) erkennen. In beiden Versionen dieses Mythos ist Hekate eine jugendliche Göttin. Die Kore mit ihren Fackeln über die Schwelle der Unterwelt führt.
Dies ist der zweite Teil der Trance-Reise: Persephones Wiederkehr.
Zur Herbsttagundnachtgleiche* steigt die Göttin wieder in das Reich des Hades zurück. In der Mythologie wird durch Persephones Auf- und Abstieg der Wechsel der Jahreszeiten ausgelöst.
Hier eine kleine Trace-Reise um sich auch im Herbst mit dem Mythos zu verbinden:
Führe diese mentale Projektion an einem geschützten Ort durch, schaffe einen heiligen Raum, je nach deiner Tradition. Oder führe diese Projektion an einer Wegkreuzung oder einem anderen Schwellenort durch. Ein guter Zeitpunkt für diese Projektion ist die Herbsttagundnachtgleiche.
Ablauf:
Nachdem du um dich einen heiligen und geschützten Raum geschaffen hast, geh in eine leichte Trance. Stell dir vor du würdest tiefer und tiefer in die Erde sinken, fühlen das Sinken in die Tiefe.
Wenn du in der Trance bist, fühle in deinen Körper hinein. Stell dir vor, deine Seele tritt aus deinem Körper heraus, fühle wie du deinen Körper verlässt. Stell dir bildlich vor wie du in deinem heiligen Raum stehst. Dreh dich um und sehe deinen Körper an, wie er ruhig da sitzt oder liegt. Achte auf deine Eindrücke und Gefühle.
Stell dir vor du würdest leichter und leichter werden und du beginnst zu schweben, du steigst stetig nach oben, bis du dein Heim verlässt. Fühle die kalte Nachtluft, sieh die Sterne über dir leuchten.
Lass dich einfach ziellos durch die Nacht treiben, wie ein leichter Same im Wind.
Ein Nebel zieht auf und du bist vollkommen von Nebelschwaden umgeben, du siehst nichts als Nebel. Du wirst schwerer und schwerer und sinkst langsam wieder zu Boden, fühle wie du den Erdboden mit deinen Füßen berührst, fühle wie du wieder fest auf der Erde verankert bist. Um dich herum ist nichts als Nebel. Dieser beginnt dünner und dünner zu werden bis er sich lichtet und du wieder klar sehen kannst.
Du stehst auf einer Wegkreuzung. In tiefes Zwielicht gehüllt. Die Sonne ist schon längst untergegangen und die Sichel des neuen Mondes leuchtet am westlichen Himmel. Auch der Abendstern ist schon aufgegangen. Bald wird die Dämmerung enden und die Nacht wird die Welt mit ihren dunklen Schleiern bedecken. Um dich herum sind Felder, leer und abgeerntet. Einer der Wege, die von der Wegkreuzung abzweigen, führt zu einem Waldrand, auf einem sanften Hügel. Uralte Weiden, Pappeln, Eiben und Zypressen wachsen in diesem Wald. Alles heilige Bäume der Hekate und der Unterwelt. Du stehst mitten auf der Wegkreuzung, die Felder sind mit tiefliegendem Bodennebel bedeckt. Du schaust zum Waldrand hinüber. Vor dem Waldrand erkennst du eine Öffnung im Erdboden, wie eine Spalte, breit genug um hindurch gehen zu können und aus dieser Spalte fließt ein Rinnsal und ergießt sich aus der Erdspalte, als kleiner Strom, den Hügel hinab in die Felder. Du willst zu der Quelle gehen, doch die Erde beginnt zu beben und Hunde heulen in der Nacht. Du bleibst wie angewurzelt auf der Wegkreuzung stehen.
Du drehst dich um und siehst auf dem Weg hinter dir, zwei Lichter auf dich zukommen. Zwei brennende Fackeln. Je näher sie kommen, desto heller wird ihr Licht.
Eine schöne junge Frau hält diese Fackeln. Sie ist in weiße, strahlende Gewänder gehüllt. Sie trägt goldene Sandalen und über ihre Schultern ist ein gelber Schleier gelegt. Ihr Haupt ist mit scheinenden Sternen gekrönt.
Das Licht der Göttin erhellt die einbrechende Dunkelheit. Hekate schreitet auf dich zu und instinktiv machst du der Göttin platz, du gehst einen Schritt zurück, so das sie Wegkreuzung für sie frei ist.
Während sie auf dich weiter zugeht, siehst du, dass zwei weitere Göttinnen hinter Hekate herschreiten. Eine trägt ein weißes Gewand, sie ist strahlend und schön. In ihre haselnussbraunen Haare sind Getreideähren geflochten und Mohnkapseln. Du erkennst das diese Göttin Persephone ist. Neben ihr schreitet ihre Mutter, die Göttin Demeter, sie trägt ein grünes Kleid und einen braunen Schleier über ihrem Haupt, eine Krone aus Getreideähren und Mohnkapseln krönt ihr Haupt.Sie wirkt traurig, doch erhaben und voller würde.
Die Göttinnen schreiten an dir vorbei, so als würden sie dich gar nicht beachten. Und alle drei schreiten auf die Pforte der Unterwelt zu. Hekate erreicht als erste die Pforte und beleuchtet den Eingang mit ihren Fackeln. Demeter und Persephone bleiben im Licht der Fackeln stehen, betrachten die Pforte und fallen sich in die Arme. Sie verabschieden sich voneinander. Hekates Fackeln erhellen diese innige Umarmung. Du schaust von den Göttinnen, die sich noch immer Arm in Arm liegen, zu Hekate. Sie hat sich verändert. Sie trägt jetzt ein schwarzes Gewand, dunkle metallische Sandalen und in ihrem schwarzen, gelösten Haar, winden sich lebende Schlangen. Doch weiterhin trägt sie den gelben Schleier über ihren Schultern. Du hörst ihre Stimme: „ Es ist Zeit, die Schwelle zu überschreiten,um in der Dunkelheit zwischen den Schatten wiedergeboren zu werden.“ Ihre Stimme ist mild und mitfühlend, aber bestimmend und voller Weisheit.
Persephone befreit sich von den Armen ihrer Mutter und geht auf das Licht von Hekates Fackel zu. Sie blickt in die Pforte zur Unterwelt. Dann dreht sie sich nochmals zu ihrer Mutter, du kannst Persephone jetzt direkt ins Gesicht sehen. Sie ist strahlend schön und voller Leben. Sie streift den weißen Schleier ihres Gewandes über ihr Haupt, dieses verschwindet wie hinter einer weißen Kaputze. Ihr Gesicht ist nicht mehr zu sehen. Hekates Fackeln flammen kurz auf und aus Persephones weißem Gewand ist ein schwarzes geworden. Schwarz verschleiert steht die Königin der Unterwelt vor dir, ihr Gesicht ist verborgen. Hekate schreitet mit ihren Fackeln in die Dunkelheit und Persephone geht hinter ihr her. Sie gehen in die Tiefen der Erde, hinab in die Unterwelt. Das Licht von Hekates Fackeln scheint noch einige Zeit aus der Pforte hinaus, der kleine Strom der aus dieser Höhle entspringt, leuchtet rötlich, dann verblasst das Licht und der Strom ist dunkel, ebenso wie die Höhle. Die Nacht ist angebrochen, der Mond ist versunken und die Sterne erhellen die Nacht. Demeter geht schweigend von der Höhle fort. Das Laub der Bäume beginnt zu welken, die Natur wird sterben, um wiedergeboren zu werden, wenn Persephone aus der Unterwelt zurück kehren wird. Überall um dich herum hörst du Wehklagen. Die Nymphen und Dryaden beklagen das verschwinden von Persephone und trauern zusammen mit Demeter. Du fühlst einen Sog der von der Pforte zur Unterwelt ausgeht. Die Strömung der Quelle verändert sich, jetzt fließt die Quelle nicht mehr aus der Höhle hinaus in die Felder, sonder ein kleiner Rinnsal fließt aus den Feldern in die Höhle hinein, zu den Tiefen der Unterwelt. Du kannst das Wasser fühlen, wie es zu der Unterweltpforte fließt. Du spürst einen starken Sog aus dieser Pforte, wie einen unsichtbaren Strudel, der alles Leben in die Tiefe ziehen will. Doch du stehst sicher. Übergib diesem Sog, diesem Strudel, negative Energien aus deinem Leben, deine Sorgen und deinen Kummer. Lass sie Los, befreie dich durch den Sog von allem negativen Ballast. Du wendest deinen Blick ab, von der Pforte und gehst in die entgegengesetzte Richtung. Ohne dich umzudrehen gehst du von der Unterweltpforte hinfort, befreit und gereinigt.
Die Nebel über den Feldern breiten sich aus, werden dichter und dichter, hüllen dich ein. Du kannst nur noch grauen Nebel sehen. Plötzlich lichtet sich dieser und du bist du wieder in deinem heiligen Raum und siehst deinen Körper vor dir. Geh in ihn hinein und öffne die Augen.
Nach dieser Projektion kannst du den Göttinnen und den Geistern der Unterwelt Opfergaben bringen.
* Die Frühlingstagundnachtgleiche und die Herbsttagundnachtgleiche sind moderne Varianten, den Auf- und Abstieg der Persephone zu zelebrieren. In der Antike variierte dieses Datum und wurde jedes Jahr im Februar oder März und August oder September gefeiert. Wobei der Termin im Februar/März ihren Aufstieg aus der Unterwelt markiert und ihr Abstieg im August/September gedacht wurde.
In den heidnischen Kulturen der Vergangenheit wurde das Land als heilig betrachtet, ebenso wird im modernen Neuheidentum die Natur als heilig betrachtet.
Für unsere Ahnen war die Natur und das Land auf dem sie lebten, lebendig und beseelt.
Die Quellen, Sümpfe, Heine, Felder, Flüsse, Seen, Weiden und Wälder wurden durch Geister und Götter belebt. Die Menschen waren ein Teil der Natur und des Landes und wurden durch sie (die Natur) beeinflusst, Leben und Tod hingen von ihr ab.
Die Menschen vergangener Zeiten verbanden sich mit dem Land, der Natur und den verschiedenen Geistern und Göttern, sie brachten Opfergaben um sich das Wohlwollen der Natur und ihrer Geister zu sichern. In vielen heidnischen Kulturen wurde die Erde und die Natur als eine Göttin gesehen, die lebendige Erscheinungsform der Natur.
Ein gutes Beispiel für diese Sichtweise ist die Göttin Hekate in den chaldäischen Orakeln, sie ist dort die große Göttin, aus derem Leib das Licht, die Welten und das Schicksal geboren werden. Aus ihr entspringt auch die Weltseele, die gleichzeitig ein Teil von ihr ist und auch die Natur entspringt aus ihr und ist ihr lebendiger Mantel. Alles im Kosmos wird durch ihre Liebe erfüllt und diese verbindet alles miteinander. Sie ist Ursprung und gleichzeitig auch das Grab allen Seins. Die Natur wird durch sie belebt, beseelt und alles in der Natur ist ein Teil von ihr.
In dem griechischen Zauberpapyri tritt Hekate ebenfalls als große Göttin und als Verkörperung der Natur und ihrer Kreislaufe auf. Sie ist dort die Mutter der Götter, Herrin des Schicksals und auch die Herrin über die Zyklen und Gezeiten des Lebens. In einer Zeile aus dem PGM heißt es: Alles ist von dir, du erschaffst alles und in dir Göttin kommt auch alles zu seinem Ende.
Ähnlich wird auch die Göttin Isis in dem Spätantiken Roman „der goldene Esel“ dargestellt. Isis ist dort die Allgöttin, Herrin der Elemente, Gebieterin über die Gestirne und Quelle der Gottheiten. Und ebenso die lebendige Verkörperung der Natur und ihrer Gesetze. Eine moderne Variante dieses Bildes ist die Gaia Hypothese (benannt nach der griechischen Erdgöttin und Urmutter), bzw. hat sich diese zu einer spirituellen Interpretation entwickelt- Gaia als verkörperung der Erde und der Natur, ein sich selbst bewusstes Wesen.
Und auch die meisten heidnischen Kulturen haben die Natur aus dieser Sichtweise wahrgenommen.
Die Göttin der Natur ist die Verkörperung des Wandels, sie bringt Leben und Tod, Wachstum und Verfall, ihre Gesetze sind die Gesetze des Lebens, nur der Tod nährt das Leben und nur durch den Tod anderer Wesen, kann das Leben genährt werden.
Die Göttin der Natur ist somit sehr komplex und erscheint in verschiedenen Erscheinungsformen, sie ist die dunkle Mutter allen Seins, der Ursprung aus derem Leib alles ins sein Getreten ist. Aus ihr entspringt das Schicksal, das sich wie ein Netz über das Leben zieht und alles miteinander verbindet. Sie ist die Herrin der Fruchtbarkeit, die Mutter der Götter, segnend und beschützend. Doch sie ist auch das Grab allen Seins, die Herrin der Schatten in derem Schoß eines Tages alles erneuert wird. Sie ist die Herrin der Toten und Königin der Unterwelt. Sie ist Schöpferin, Erhalterin und Zerstörerin, alles wird durch sie im Gleichgewicht gehalten, durch die Zyklen und Gezeiten von Tod und Geburt.
Die physische Natur ist ihr Mantel und durch das Land sind wir mit ihr verbunden, denn wir sind ein Teil des Landes und der Natur, wir sind niemals von der Natur/der Göttin getrennt.

Alles in der Natur ist heilig und durch die Liebe der Göttin beseelt. Und durch unsere Verbindung zu dem Land, auf dem wir Leben, können wir uns mit ihr verbinden. Die Geister des Landes sind ihre Boten, die Ahnen wispern uns die Weisheiten der Göttin zu und in der Erde sind ihre Knochen verborgen und eins mit dem Leib der Göttin geworden. Höhlen und Quellen sind Pforten in den Leib der Göttin, Übergänge in die Unterwelt- jenes Reich aus dem alles ins physische sein Tritt und wieder zurück kehrt, der dunkle Schoß der Göttin.
Wenn wir über die Hügel wandern, an Stränden oder durch Wälder- wandern wir auf dem Mantel der Göttin, wenn wir uns an der Natur erfreuen, erfreuen wir uns an ihr.
Eine Verbindung zum Land einzugehen und zu den Geistern die dieses beseelen, bedeutet auch immer eine Verbindung zu ihr einzugehen, denn sowohl das Land als auch die Geister entspringen aus ihr. In einem modernen paganen Chant heißt es: „Die Erde ist ihr Körper, das Wasser ist ihr Blut, die Luft ist ihr Atem und das Feuer ist ihr Geist“. In Feri (eine moderne Hexentradition) wird die Göttin mit folgenden Worten angerufen: „Heilige Mutter, in der wir leben, uns bewegen und unser Sein haben. Aus dir entspringen alle Dinge und alles kehrt in dich zurück.“ Beide Sätze treffen für mich das Wesen der Göttin sehr gut.
Doch die Göttin als personifizierung der Natur ist nicht nur die Erde. Viele Menschen haben bei Natur nur Vegetation, Tier und Pflanzenwelt vor Augen. Die große Göttin ist auch die Quelle der Galaxien, ihr Mantel ist erfüllt von leuchtenden Sternen, das Universum ist die Natur in ihrer größten und umfassendsten Form. Sie ist die Königin der Nacht, Herrin des Sternenlichts und Gebieterin über die Kreisläufe des Universums- sie ist das Universum, sie ist die Natur. Doch gleichzeitig ist die auch eine Gottheit, außerhalb und innerhalb des Kosmos, transzendent und imanent.
Der Begriff dunkle Mutter bezieht sich auf die ursprüngliche Dunkelheit, bevor die Göttin aus ihrem Leib das Licht und die Sterne geboren hat. Sie ist beides, die dunkle Herrin der Nacht und die Bringerin und Herrin des Lichts. Die dunkle Mutter ist die Göttin in ihrer höchsten Emanation, sie ist der dunkle Leib, aus dem die Schöpfung hervorging, die uranfängliche Göttin, das dunkle schöpferische Potential. In ihrer zweiten Emanation ist sie die Lichtbringerin- die Jungfrau des Sternenlichts und in ihrer dritten Emanation ist die die physische Welt, der Kosmos- die Welt ist der Leib der Göttin.
Doch die Göttin lebt nicht nur in ihrer transzendenten Form außerhalb des Kosmos oder in ihrer imanenten Form, in der Natur und all ihren Erscheinungsformen. Die Göttin lebt auch in den Menschen, unser göttlicher Funke kommt von ihr, unsere eigene Göttlichkeit entspringt aus ihrer Göttlichkeit. Unser kreatives und schöpferisches Potential- ist ihre schöpferische Kraft, die durch uns wirkt.
Und das Bild der großen Göttin vereint die verschidenen modernen Hexentraditionen, sowohl im Wicca, in den verschiedenen Formen der traditionellen Hexerei, in Feri und in verschiedenen Formen der eklektischen Hexenkunst, wird die Göttin als die beseelerin des Kosmos gesehen, die Herrin von Allem und Ursprung allen Seins. Auch wenn sich die Details dieser Sichtweise auf die Göttin in den unterschiedlichen Traditionen unterscheiden können, ähneln sie sich auch in vielen Sichtweisen auf sie.
Und jetzt im 21 Jahrhundert, in der die Natur durch uns aus dem Gleichgewicht geraten ist, die Welt stärker bevölkert ist, als jemals zuvor- ist es eines der größten Herausforderungen der Menschheit, die Natur wirder als heilig zu betrachten, als beseelt und als eine Verkörperung einer realen und lebendigen Gottheit. Denn zu lange wurde die Natur als gottlos gesehen, als ein Geschenk eines fernen Gottes, das die Menschheit sich in seinem Namen untertan machen wollte. Doch niemand kann die Natur bezähmen, niemand kann sie lange bändigen, wir sind ein Teil von ihr- und alles was wir ihr antun, tun wir letzten Endes auch uns selbst an.
Den folgenden Text hatte ich bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Ich habe ihn etwas bearbeitet. Hier die neue Version:
Diese Text beschreibt die Rolle der Göttin Hekate in den chaldäischen Orakeln und der Theurgie des Neoplatonismus. Ich beschreibe die Rolle der Göttin aus meinem eigenen Verständnis dieses „Systems“ heraus. Auch durch meine Verbindung zu Hekate und meine Erfahrungen mit ihr.
Die chaldäischen Orakel sind Offenbarungstexte, die in Invokationen durch die Gottheiten offenbart wurden- besonders durch Hekate und Apollon (der mit dem zweiten Licht gleichgesetzt wird). Die chaldäischen Orakel sind nur in Fragmenten erhalten, besser erhalten sind die Schriften verschiedener Philosophen über diese und deren Interpretationen der Orakel.
In den chaldäischen Orakeln der Spätantike ist Hekate eine sehr wichtige Göttin. Sie ist dort die große hyperkosmische Göttin, aus dem Absoluten-Reinen-ersten Vater-ersten Feuer entsprungen, dem urgöttlichen Sein. Sie ist die erste Göttin die aus diesem Zustand herausgetreten ist. Die Kraft und das Licht des Ursprungs erfüllen die Göttin- oder sind in ihrem Inneren enthalten, das Potential und die Kraft dieses Zustandes erfüllt sie. Durch diese Kraft befruchtet entspringt aus ihr das zweite Licht, dass die Dunkelheit erhellt (denn das erste Licht ist in ihrem Inneren verborgen). Die Göttin vereinigt sich dann mit diesem Licht und aus dieser Vereinigung entspringen die Welten, die Weltseele, die Natur, die Notwendigkeit und das Schicksal.
Das erste Feuer– das Urgöttliche ist von den Welten getrennt, das zweite Feuer und sein Licht (Apollon, Helios) erfüllt die Welten, Hekate verbindet und trennt gleichzeitig die zwei Lichter/Feuer und auch die Welten (kosmische Welt und Hyperkosmische Welt)
Im den chaldäischen Orakeln wird zwischen der Hyperkosmischen Welt und der Kosmischen Welt unterschieden. Die Hyperkosmische Welt ist der Zustand des ersten Feuers, nicht in die Schöpfung und die kosmische Welt eingewoben, unveränderlich und ewig. Die Kosmische Welt ist veränderlich, aber durch die Göttin Hekate und ihr Licht (das zweite Feuer) vom göttlichen Geist erfüllt.
Die Kosmische Welt besteht aus drei Ebenen- empyreische Ebene- ätherische Ebene, materielle Ebene.
Die empyreische Ebene ist die „Höchste“ , das Reich des Göttlichen, die Götter in ihren hohen Formen/Aspekten haben hier ihren Ursprung, und in seiner höchsten und reinsten Form geht das empyreische Reich in die hyperkosmische Welt über. Hekate erscheint hier als kosmische Göttin, sie ist die Hüterin der Schwelle zum hyperkosmischen Reich. Durch sie kann das Urgöttliche in seiner hyperkosmischen Ebene erreicht werden, da auch sie in ihrer höchsten Form diesem Reich angehört (als Hekate-Soteira). Hekate ist in dieser Ebene die Mutter aus der die kosmische Ebene entsprang, dadurch ist sie zugleich außerhalb der kosmischen Ebene, wie auch in ihr, transzendent und immanent. Das zweite Feuer erfüllt die empyreische Ebene als reines gestaltloses Licht, das Licht der Göttin, dass aus ihr entsprungen ist. Aus ihr entspringen in dieser Ebene auch die Iynges- Daimonen die als Mittler zwischen den Ebenen dienen und für Transformationen sorgen. In den niederen Sphären dieses Reiches haben die mythologischen Götter ihre Ebene. Die niederen Ebenen der empyreischen Sphäre geht in die ätherische Ebene über. In den hohen Ebenen der empyreischen Sphäre erscheint Hekate als Göttermutter und Soteira (Erlöserin) und in den niederen Sphären der empyreischen Ebene offenbart sie sich auch in ihren klassischen Gestalten, wie sie in der griechisch-römischen Antike wahrgenommen wurde. Beispielsweise als Lichtbringende Jungfrau (Phosphoros), Nährerin des Lebens (Kourotrophos) und die schutzspendende Hüterin der Pforten (Propylaia) auch als die Königin der Hexen, Göttin der Magie und Zauberei, der Nekromantie etc..
Die ätherische Ebene ist das Reich, dass im modernen Okkultismus als Astralebene bezeichnet wird. Die ätherische Welt ist das Reich der Geister, Ahnen, mythologischen Wesen, auch die Ätherische Kraft ( Pneuma) gehört dieser Ebene an. Ebenso die Elemente. Hekate erscheint in der ätherischen Ebene als Weltseele, sie erfüllt die ätherische Welt und belebt diese mit ihrer Kraft, sie ist die Mutter der Geister, Daimonen und der individual Seelen. In der Spätantike wurde Hekate im Neoplatonismus in der ätherischen Sphäre vor allem mit dem Mond in Verbindung gebracht, die ätherische Ebene wurde auch als sublunare Ebene bezeichnet. Denn dieser galt als ein Übergang von der ätherischen zu der empyreischen Ebene. Er wurde auch als ein Tor in das Reich der Toten gesehen und Hekate wurde als eine Art Richterin aufgefasst, die entscheidet welche Seelen in das Reich der Toten gehen, oder in die höheren Sphären aufsteigen, oder in der materiellen Ebene erneut inkarnieren. Das Licht der Göttin ist in der ätherischen Ebene das Licht der Sonnen- und Lichtgötter. Die ätherische Ebene geht in die materielle Ebene über.
In der materiellen Welt offenbart sich Hekate in der Natur, die Natur ist eine Verkörperung von ihr, in den Orakeln wird die Natur als ihr Umhang/Mantel bezeichnet, der sie umgibt. In der neoplatonischen Philosophie wird Hekate in diesem Aspekt als Physis bezeichnet- sie ist die Göttin die die Seele und den Geist des Menschen an den Kosmos bindet, sie ist die Herrin über Erde, Himmel und Meer. Die neoplatonischen Philosophen wollten sich durch ihr asketisches Leben ihrem Einfluss und ihren Verlockungen widersetzen, um ihren höheren Aspekt als Soteira (Erlöserin) näher zu kommen. Da Hekate gleichzeitig in ihren niederen Aspekten den Geist an den Kosmos bindet und in ihren höheren Aspekten der Übergang zum Reinen und Absoluten ist- dem ersten Vater-Urgöttlichen. Das kosmische Licht der Göttin ist in der materiellen Welt das Licht der Sonne.
Die Kraft und die Liebe der Göttin erfüllen alle Welten und schaffen eine Harmonie und Symphathie, alles ist durch diese Kraft mit allem verbunden.
Auch das Verständnis der Seele ist hier anders, als unser modernes christlich beeinflusstes Seelenbild. Die Seele ist nicht der unsterbliche Teil des Menschen, dies ist der göttliche Geist. Die Seele ist ein Bindeglied zwischen dem göttlichen Geist, unserem göttlichen Funken und der materiellen Welt (dem physischen Körper). Ebenso wie die ätherische Ebene ein Bindeglied zwischen der materiellen und der empyräischen Ebene ist. Der göttliche Geist gehört somit der empyreischen Ebene an, die Seele der ätherischen und der physische Körper der materiellen Ebene.
Die Theurgie der Spätantike hatte zum Ziel die Seele des Theurgen mit seinem göttlichen Geist in Einklang zu bringen, um dann nach dem Tod nicht mehr in das kosmische werden und vergehen eingebunden zu sein, sondern durch Hekate-Soteira in den ersten Vater-erstes Licht- das Urgöttliche einzugehen.
Die Theurgie ist ein rechtshändiger Pfad, neben dieser existierte in der Antike auch noch ein linkshändiger Pfad, die Thamaturgie- magische Praktiken die auf das irdische Leben gerichtet waren. Auch bei diesen Praktiken spielte Hekate eine wichtige Rolle und galt in der Antike sogar als die Königin und Schutzpatronin der Hexen. Wobei ich hier anmerken will, dass der linkshändige Pfad nicht unbedingt böse ist und der rechtshändige Pfad gut. Der rechtshändige Pfad, ist auf das höhere gerichtet, aus dem irdischen Leben hinaus, will transzendieren und den Praktizierenden von dem Inkarnieren und der materiellen Welt lösen, asketischer Lebensstil um sich von den Verbindungen zurWelt zu lösen und sich dem Göttlichen zu öffnen. Der linkshändige Pfad ist auf die Welt gerichtet, lebensbejahend, das göttliche erfüllt die Welt, Freude und Ekstase können einen mit dem göttlichen verbinden. Aus meiner Sicht sind es zwei Wege zum selben Ziel- sich mit dem Göttlichen zu verbinden, denn alles was oben ist, ist auch unten- Soteira und Physis sind eins.
Ich verstehe Hekate in diesem System als eine Art Weltenbaum, sie erfüllt alle Ebenen des Seins, trennt und verbindet die Welten gleichzeitig und sie ist an dem tiefsten und dem höchsten Punkt des Kosmos und gleichzeitig auch außerhalb. Sie ist an den Schwellen von hyperkosmischer un kosmischer Realität und auch an den Schwellen zwischen den drei kosmischen Ebenen des seins. Die Weltseele entspring aus ihr und gleichzeitig ist sie die Weltseele und sie ist die Natur und gleichzeitig entspringt die Natur aus ihr.Ebenso ist sie auch eine Göttin die außerhalb der Schöpfung existiert- immanent und transzendent.
Das Bild der Hekate ähnelt in dieser Weltanschauung stark dem modernen Bild der großen Göttin. In der modernen Mythologie ist die große Göttin aus dem Urgöttlichen entsprungen, hat aus sich selbst heraus den Gott geboren und aus der Vereinigung mit ihm die Welten. Sie ist die Natur, alles ist ein Teil von ihr und alles wird von ihrem Geist erfüllt.
Genauso verstehe ich Hekate in diesem System und meine persönliche Erfahrung mit ihr spiegelt dies wieder.
Die modernen Sichtweisen über die große Göttin sind auch durch die Lehren der Renaissance geprägt, welche durchaus durch die chaldäischen Orakel und die neoplatonische Theurgie geprägt wurden. So kann dort durchaus eine Verbindung bestehen.
Im Laufe der Zeit hat Hekate eine Vielzahl von Beinamen erhalten, jeder Beiname öffnet ein Tor zu einem anderen Aspekt der Göttin. Die Namen der Göttin können als Worte der Macht verwendet werden. Hier zähle ich einige ihrer Namen auf und ordne sie ihren Aspekten zu.
Ourania (Himmlische)
Chtonia (Irdische)
Einalia (die aus dem Meer)
* Diese Namen beschwören Hekate als Herrin über die drei Reiche der physischen Existenz, Himmel, Erde, Meer.
Phosphoros (Lichtbringerin)
Angelos (Botin, Engel)
Propolos (Führerin)
* Diese Namen beschwören Hekates Aspekte als strahlende Jungfrau.
Physis (Natur)
Kourotrophos (Nährerin der Jugend)
Puripnon (Die Feuer ausatmet).
* Diese Namen beschwören Hekate als Magna Mater und Beseelerin des Lebens.
Propylaia (Hüterin der Pforten)
Anassa Eneroi (Herrin der ruhelosen Geister)
Ephoros (Wächterin, Hüterin)
* Diese Namen beschwören Hekate als dunkle Herrin über die Geister, Beschützerin der Übergänge und Schutzgöttin.
Trioditis (Herrin der Dreiwege)
Triformis (Dreigestaltige)
Tricephalos (Dreiköpfige)
* Diese Namen beschwören Hekate in ihrer dreifaltigen Manifestation.
Ameibousa (Die Verwandelnde)
Pantos Kosmou Kleidouchos (Schlüsseltragende Herrin des Kosmos)
Soteira (Erlöserin).
* Diese Namen beschwören Hekate als die dunkle Mutter, aus derem Leib die Welten geboren wurden, Herrin aller Veränderungen, Herrscherin des Kosmos und Wächterin der Schwelle zum reinen göttlichen Geist. Die dunkle Göttin der nächtlichen Sonne, die den Sonnengott (Hekatos, Helios, Lucifer) aus ihrem dunklen Leib gebar.
In vielen neuheidnischen Büchern gibt es Begriffe wie Schwarzmond und Dunkelmond. Auch Neumond und neuer Mond werden oft verwendet. Doch viele sind mit der Bedeutung dieser Begriffe etwas verwirrt. Ich will hier versuchen etwas Licht in das Dunkel des Neumondes zu bringen.
Kalendarisch wird die Phase des Mondes, in dem er nicht sichtbar ist, als Neumond bezeichnet. Neumond ist somit die Phase die dunkel oder schwarz ist. Diese Phase steht dem Vollmond gegenüber. Da der Neumond nicht sichtbar ist, wird dieser im modernen Heidentum oft als Dunkelmond oder Schwarzmond bezeichnet.
Neumond-Schwarzmond-Dunkelmond beziehen sich somit auf die dunkle unsichtbare Phase des Mondes.
Einige Tage nach dem kalendarischen Neumond, wird die erste schmale Sichel des zunehmenden Mondes wieder sichtbar. In der modernen Astronomie wird dieser Tag als Neulicht bezeichnet. Neulicht ist somit der Tag, an dem die erste schmale Mondsichel wieder sichtbar ist.
Jetzt kommt die große Verwirrung: In alten Kalendern und in der Umgangssprache wird auch das Neulicht als Neumond bezeichnet. Und in vielen neuheidnischen Büchern wird die erste schmale Sichel auch als neuer Mond bezeichnet.
Man muss sich also wirklich klar machen, welche Mondphase gemeint ist, wenn vom Neumond oder auch neuem Mond die rede ist. Entweder die dunkle Phase des schwarzen Mondes, oder die erste schmale Mondsichel nach dem Schwarzmond.
Auch im Bezug zu Hekate, gibt es Verwirrungen zwischen Neumond und Neulicht.
Der altgriechische Kalender richtete sich nach dem Mond. Wenn die erste schmale Mondsichel nach dem Schwarzmond sichtbar wurde, begann der neue Monat. Mit dem Schwarzmond endete der Monat. Mit beiden Zeitpunkten wurde Hekate in der Antike verbunden. Der Schwarzmond wurde auch Deipnon genannt, der Name kommt von den Opfermahlen, die Hekate in dieser Zeit bekam. Das Neulicht wurde Noumenia genannt- übersetzt: Neumond. Der Schwarzmond (Deipnon) war stark mit verbannen vom Negativen, Reinigung des Heims und der Familie, dem beopfern von Geistern und Schutz verbunden. Das Neulicht (Noumenia) war stark mit der Segnung des Heims verbunden. In beiden Phasen wurde Hekate verehrt.